Das britische Amt für Haushaltsverantwortung (OBR) erklärte am Mittwoch, dass die langfristige fiskalische Perspektive des Vereinigten Königreichs angesichts der Unsicherheit über die vollständigen Auswirkungen der Änderungen der Sozialpolitik weiterhin sehr herausfordernd bleibt, so Reuters.

Wichtige Erkenntnisse

"Wir erwarten nun ein reales BIP-Wachstum von 1,0 % in diesem Jahr."

"Die britische Wirtschaft wird voraussichtlich 2026 um 1,9 %, 2027 um 1,8 %, 2028 um 1,7 % und 2029 um 1,8 % wachsen."

"Das OBR sieht einen VPI von 3,2 % im Jahr 2025 (Oktober-Prognose 2,6 %)."

"Das OBR sieht einen VPI von 2,1 % im Jahr 2026 (Oktober-Prognose 2,3 %)."

"Das Verhältnis von Steuern zu BIP wird voraussichtlich auf einen Nachkriegsrekord von 37,7 % des BIP im Jahr 2027-28 steigen."

"Hohe und volatile Markterwartungen für den Bankzins und die Renditen von Staatsanleihen prägen weiterhin die fiskalische Perspektive."

"Die Aussichten für das Produktivitätswachstum sind sowohl hinsichtlich des Niveaus als auch der Wachstumsrate unsicher."

"Wenn die jüngste Schwäche im Trend des Produktivitätswachstums anhält und das Wachstum im Durchschnitt nur 0,3 % beträgt, würde der aktuelle Haushalt im Jahr 2029-30 ein Defizit von 1,4 % des BIP aufweisen."

"Der derzeitige Spielraum ist im Vergleich zu den Risiken und der Unsicherheit, die in jeder fiskalischen Prognose enthalten sind, sehr gering."

"Die öffentlichen Ausgaben werden voraussichtlich im nächsten Jahr auf 45 % des BIP steigen, bevor sie im Laufe des Jahrzehnts auf 43,9 % des BIP im Jahr 2029-30 zurückgehen."

"Die Steuern als Anteil am BIP werden voraussichtlich von 35,3 % in diesem Jahr auf einen historischen Höchststand von 37,7 % im Jahr 2027-28 steigen und für den Rest der Prognose auf hohem Niveau bleiben."

Marktreaktion

GBP/USD bleibt unter leichtem Abwärtsdruck und wurde zuletzt mit einem Verlust von 0,4 % am Tag bei 1,2893 gesehen. In der Zwischenzeit hält die Rendite der 10-jährigen britischen Staatsanleihe niedriger und verliert etwa 2,5 Basispunkte bei 4,73 %, die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe steigt und bleibt nun unverändert am Tag bei 4,298 % und die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe kehrt den früheren Rückgang um und steigt auf den höchsten Stand seit Mitte Januar bei 5,407 %.

Britische Gilt-Renditen FAQs

Die Renditen britischer Staatsanleihen, sogenannte Gilt Yields, geben die jährliche Rendite an, die ein Investor bei einer Investition in britische Staatsanleihen erwarten kann. Diese Renditen schwanken je nach Preisentwicklung der Anleihen.

Viele Faktoren beeinflussen die Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts), aber die wichtigsten sind die Zinssätze, die Stärke der britischen Wirtschaft, die Liquidität des Anleihemarktes und der Wert des Pfunds. Steigende Inflation schwächt in der Regel die Preise für Gilts und führt zu höheren Renditen.

Der wichtigste Einflussfaktor auf die Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) sind die Zinsen, die von der Bank of England festgelegt werden. Höhere Zinsen erhöhen die Renditen und senken den Preis bestehender Anleihen, da neue Anleihen attraktivere Kupons bieten.

Die Inflation spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts). Sie beeinflusst den realen Wert des bei Fälligkeit zurückgezahlten Kapitals sowie die relative Kaufkraft der Zinszahlungen. Höhere Inflation verringert den Wert von Gilts im Zeitverlauf, was zu höheren Renditen und niedrigeren Preisen führt. Bei sinkender Inflation verhält es sich umgekehrt. In seltenen Fällen von Deflation können die Preise von Gilts steigen, was sogar zu negativen Renditen führen kann.

Ausländische Investoren, die in britische Staatsanleihen (Gilts) investieren, tragen ein erhebliches Wechselkursrisiko, da Gilts auf Pfund Sterling lauten. Eine Aufwertung der Währung führt zu höheren Renditen für Anleger, während eine Abwertung den Ertrag schmälert. Zudem besteht eine enge Verbindung zwischen den Renditen von Gilts und der Entwicklung des Pfund Sterling. Da die Renditen ein Abbild der Zinssätze und Zinserwartungen sind – wesentliche Faktoren für die Stärke der britischen Währung – beeinflussen steigende Zinsen den Kupon neu ausgegebener Gilts. Dies lockt verstärkt internationale Investoren an und erhöht zugleich die Nachfrage nach dem Pfund Sterling.

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