Die Commerzbank verweist darauf, dass Südkoreas Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal laut vorläufigen Daten um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal und um 3,7 % im Jahresvergleich gewachsen ist. Damit wurden die Markterwartungen übertroffen. Eine robuste Nachfrage nach KI-bezogenen Halbleitern sowie eine widerstandsfähige Binnennachfrage stützten die Konjunktur. Die starken Wirtschaftsdaten erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Bank of Korea um 25 Basispunkte im August. Das Währungspaar USD/KRW fiel auf 1.475, wobei der Won zusätzlich von Kapitalzuflüssen in Anleihen und Aktien profitierte.
Wachstumsüberraschung stärkt Argumente für weitere Zinserhöhung
"Das vorläufige BIP stieg im zweiten Quartal saisonbereinigt um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal (Bloomberg-Konsens: 0,4 %), nach 1,8 % im ersten Quartal. Das deutet darauf hin, dass die Wachstumsdynamik trotz Unterbrechungen der Energieversorgung robust geblieben ist."
"Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft um 3,7 % (Bloomberg-Konsens: 3,5 %) nach zuvor 3,8 %. Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MoEF) hat seine Wachstumsprognose für 2026 kürzlich von 2,0 % auf 3,0 % angehoben. Ausschlaggebend sind die verbesserten Aussichten für Exporte und Investitionen."
"Mit Blick auf die Geldpolitik stützt das starke BIP-Ergebnis des zweiten Quartals die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,0 % durch die Bank of Korea (BoK) auf ihrer Sitzung am 27. August. Notenbankchef Shin Hyun-sung hatte die August-Sitzung bereits bei der vorherigen Sitzung als 'offen' bezeichnet und damit den datenabhängigen Kurs der BoK unterstrichen."
"Da das Wachstum robust bleibt, die Inflation weiterhin über dem Zielwert liegt und sich der von der KI-Nachfrage getriebene Exportboom zunehmend auf Löhne und die Binnennachfrage ausweitet, haben die Währungshüter Spielraum, ihre Geldpolitik weiter zu normalisieren."
"Am Devisenmarkt fiel USD/KRW gestern um 0,2 % auf 1.475. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der BIP-Daten gab das Währungspaar zunächst um 0,9 % nach, konnte einen Teil der Verluste im weiteren Handelsverlauf jedoch wieder aufholen. Der Won erhielt Unterstützung durch Kapitalzuflüsse, nachdem ausländische Investoren in dieser Woche bislang südkoreanische Anleihen im Wert von 1,0 Milliarden US-Dollar sowie Aktien im Wert von 3,7 Milliarden US-Dollar gekauft haben."
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