Ripple (XRP) steuert am Montag auf die kurzfristige Unterstützung bei 1,10 US-Dollar zu. Belastet wird die Kryptowährung von der schwachen Stimmung am gesamten Kryptomarkt. Auslöser der Verkaufswelle sind vor allem Sorgen über eine steigende Inflation in den USA infolge des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten sowie der gestiegenen Ölpreise.
Simon-Peter Massabni, Leiter Business Development bei XS.com, sieht digitale Vermögenswerte angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen und der Inflationsrisiken einem erhöhten Neubewertungsrisiko ausgesetzt.
„Steigende Ölpreise, erneut aufkommende Inflationssorgen, veränderte Erwartungen an die US-Geldpolitik und anhaltende Zuflüsse institutionellen Kapitals prägen derzeit die Marktstimmung“, erklärte Massabni.
Ripple startet Ripple Mint und erweitert Zugang zu RLUSD
Ripple hat am Mittwoch den Start von Ripple Mint bekannt gegeben. Die Plattform soll institutionellen Kunden einen zentralen Zugang zum RLUSD-Stablecoin bieten und das Prägen, Einlösen sowie Verwalten der digitalen Währung vereinfachen.
Ripple Mint wurde entwickelt, um bestehende Lücken bei der Nutzung von RLUSD zu schließen. Dafür stellt die Plattform eine Benutzeroberfläche mit integrierten Kontroll- und Überwachungsfunktionen bereit. Zudem unterstützt sie programmatische Schnittstellen, die Automatisierung und die Integration in bestehende Systeme ermöglichen.
Institutionelle Nutzer können über Ripple Mint RLUSD direkt an der Quelle prägen und einlösen, den Stablecoin zwischen verschiedenen Blockchains übertragen, Transaktionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg nachverfolgen sowie RLUSD in interne Systeme und Arbeitsabläufe integrieren.
„Diese Erweiterung schafft zudem einen stärkeren praktischen Nutzen für XRP und RLUSD im Zusammenspiel. Je breiter RLUSD in diesen Umgebungen verfügbar wird, desto stärker wird XRP als ergänzender Vermögenswert für Liquidität, Abwicklung, Swaps, Sicherheiten und Zahlungsverkehr auf den unterstützten Blockchains eingesetzt werden“, erklärte Ripple in der Pressemitteilung.
Unterdessen lässt das institutionelle Interesse an XRP-bezogenen Anlageprodukten wie Spot-ETFs nach. Darauf deuten die verhaltenen Kapitalbewegungen am Mittwoch und Donnerstag hin. Nach Daten von SoSoValue summieren sich die Nettozuflüsse in der laufenden Woche bis einschließlich Donnerstag auf 8 Millionen US-Dollar.

„Meiner Einschätzung nach erleben wir derzeit nicht den Beginn eines neuen Bärenmarktes, sondern vielmehr eine gesunde Neubewertung der Risiken nach der starken Rally, vorausgesetzt die institutionelle Nachfrage bleibt bestehen und weicht keinem breit angelegten Verkaufsdruck“, ergänzte Massabni.
XRP-Analyse: Verkäufer behalten die Kontrolle
XRP wird aktuell bei 1,11 US-Dollar gehandelt und befindet sich weiterhin in einer Korrekturphase unter wichtigen gleitenden Durchschnitten. Trotz der jüngsten Stabilisierung bleibt das übergeordnete Chartbild damit bearish. Der Kurs scheitert weiterhin am 50-Tage-EMA bei 1,14 US-Dollar. Auch der Parabolic SAR bei 1,07 US-Dollar liegt oberhalb des aktuellen Kurses und unterstreicht den anhaltenden Abwärtsdruck.
Die kurzfristigen Momentum-Indikatoren liefern ein gemischtes Bild. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit 49 Punkten im neutralen Bereich, während das Histogramm des MACD wieder nach unten dreht. Das deutet darauf hin, dass Erholungsversuche innerhalb des dominierenden Abwärtstrends an Dynamik verlieren.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am Niveau des Parabolic SAR bei rund 1,07 US-Dollar. Darüber folgt der 50-Tage-EMA bei 1,14 US-Dollar. Erst ein Tagesschlusskurs oberhalb dieser Marke würde den unmittelbaren Abwärtsdruck verringern. Anschließend rücken der 100-Tage-EMA bei 1,23 US-Dollar sowie der 200-Tage-EMA im Bereich von 1,43 US-Dollar als weitere Widerstände in den Fokus. Diese könnten eine stärkere Erholung begrenzen, solange die Käufer nicht wieder deutlich die Kontrolle übernehmen.
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