Bitcoin (BTC) könnte am Beginn einer möglichen Bodenbildung stehen. On-Chain-Daten deuten trotz des anhaltenden Drucks auf den Gesamtmarkt auf eine zunehmende Akkumulation hin, wie Glassnode in einem am Freitag veröffentlichten Bericht schreibt.
Der gemeinsam mit Coinbase Institutional erstellte Bericht zum dritten Quartal bleibt für die kommenden Monate neutral. Nach Einschätzung der Unternehmen geht Bitcoin allmählich von einer Korrektur- in eine Akkumulationsphase über, während ein weiterhin angespanntes makroökonomisches Liquiditätsumfeld den Markt belastet.
Glassnode zufolge steht der Markt weiterhin unter dem Einfluss der strafferen globalen Liquiditätsbedingungen. Die Entwicklung des Bitcoin-Kurses hänge derzeit stärker vom Liquiditätszyklus ab als von kryptospezifischen Impulsen.
Von einem dauerhaft tragfähigen Tief könne allerdings noch nicht gesprochen werden. Die aktuelle Lage sei vielmehr als „frühe Phase eines Bodenbildungsprozesses“ zu betrachten.
Kryptomarkt schrumpft im zweiten Quartal - Stablecoin-Angebot auf Rekordhoch
Der breitere Kryptomarkt erlebte Glassnode zufolge ein schwieriges zweites Quartal. Die gesamte Marktkapitalisierung sank um rund 12 Prozent. Grund dafür war die anhaltende Korrektur, während die Risikobereitschaft der Anleger während des gesamten Quartals gedämpft blieb.
Das Angebot an Stablecoins erreichte im selben Zeitraum dagegen ein Rekordhoch. Auch ihr Anteil am Gesamtmarkt nahm deutlich zu. Der Gegensatz zur Entwicklung des übrigen Kryptomarktes deutet darauf hin, dass Anleger ihr Kapital verstärkt in Stablecoins umschichteten, um die Volatilität abzuwarten, ohne das Krypto-Ökosystem vollständig zu verlassen.
Zugleich weicht die Entwicklung von Bitcoin zunehmend von früheren Marktzyklen ab. Der aktuelle Zyklus, der 2022 begann, dauert inzwischen mehr als 42 Monate. Bereits im ersten Quartal 2025 begann er sich vom Zyklus der Jahre 2015 bis 2018 zu lösen, nachdem langfristig orientierte Anleger ihre Risiken reduziert hatten.
Auch die Korrelation der größten Kryptowährung mit US-Aktien hat deutlich abgenommen. Die Korrelation der täglichen Bitcoin-Renditen mit dem S&P 500 fiel im zweiten Quartal 2026 auf 0,12, nach 0,58 im vierten Quartal 2025.
Gleichzeitig stieg die Korrelation von Bitcoin mit Gold auf 0,57. Dem Bericht zufolge spiegelt diese Verschiebung wider, dass Bitcoin zunehmend auf dieselben Realzins- und Liquiditätsfaktoren reagiert, die auch traditionelle Wertaufbewahrungsmittel beeinflussen.
Bitcoin-Akkumulation nimmt zu - Spekulative Aktivität geht zurück
Bitcoin zeigt zudem weitere Anzeichen für einen möglichen Übergang in eine Akkumulationsphase. Glassnode zufolge näherte sich das MVRV-Verhältnis im zweiten Quartal dem Wert 1. Dieses Niveau wurde in der Vergangenheit häufig mit Unterbewertung und Akkumulationszonen in Verbindung gebracht.
Unterdessen fiel der Anteil des mit Gewinn gehaltenen Bitcoin-Angebots unter das untere statistische Band. Damit bewegte sich die Kryptowährung zum Beginn des dritten Quartals klar innerhalb einer historisch typischen Akkumulationszone.
Auch die Struktur des Bitcoin-Angebots spricht für eine geringere spekulative Aktivität. Der Anteil der Bitcoin, die zuletzt innerhalb der vergangenen drei Monate bewegt wurden, sank auf ein Mehrjahrestief. Gleichzeitig nahm der Anteil der Bestände zu, die seit mehr als einem Jahr nicht mehr bewegt worden waren.
„Diese Kombination aus nachlassender spekulativer Aktivität und wachsender Überzeugung langfristig orientierter Anleger passt eher zu einer Akkumulationsphase als zu einer Distributionsphase“, heißt es in dem Bericht.
Die Stimmung unter Bitcoin-Anlegern bleibt allerdings schwach. Der um Marktteilnehmer bereinigte NUPL-Indikator fiel bis zum Ende des zweiten Quartals aus der Optimismuszone in den Angstbereich und nähert sich inzwischen der Zone der „Kapitulation“.
Auch am Derivatemarkt bleibt die Aktivität vergleichsweise verhalten. Das offene Interesse liegt deutlich unter dem Höchststand von Ende 2025, wodurch der Einsatz von Fremdkapital begrenzt bleibt.
Glassnode warnte zugleich vor weiterhin bestehenden Risiken. Dazu zählen erneute Abflüsse aus börsengehandelten Bitcoin-Fonds, ein weiterer Schuldenabbau am Markt sowie ein Bruch wichtiger Unterstützungsmarken.
Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Erstellung bei 64.140 US-Dollar und lag damit auf 24-Stunden-Sicht 1,6 Prozent im Minus.
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