Ethereum (ETH) zeigt gegenüber Bitcoin (BTC) erste Anzeichen einer Bodenbildung. Bevor jedoch mit einer nachhaltigen Outperformance gerechnet werden kann, müssen laut CryptoQuant noch mehrere wichtige Bodensignale bestätigt werden.

In einem am späten Donnerstag veröffentlichten Bericht erklärte ein Analyst des On-Chain-Analysehauses, dass Ethereum seit fast einem Jahr schwächer als Bitcoin abschneidet. Dies zeigt sich am ETH/BTC-Verhältnis, das auf 0,028 gefallen ist und damit den niedrigsten Stand seit August vergangenen Jahres erreicht hat.

ETH/BTC-Verhältnis. Quelle: CryptoQuant

Solche Bedingungen verstärken in der Regel die Erwartungen an einen möglichen Boden bei ETH, der sich später zu einer Altcoin-Saison ausweiten kann.

„Für Anleger stellt sich die Frage, ob ETH inzwischen günstig genug ist, um einen nachhaltigen Boden auszubilden - die Voraussetzung für eine Outperformance von ETH und historisch betrachtet auch für eine breitere Altcoin-Saison“, schrieben die Analysten.

Dem Bericht zufolge befindet sich Ethereum inzwischen näher an einem Marktboden, wobei das Abwärtsrisiko geringer sei als das Aufwärtspotenzial. ETH wird derzeit nahe 1.900 US-Dollar gehandelt und liegt damit rund 17 % unter dem realisierten Preis beziehungsweise den durchschnittlichen On-Chain-Anschaffungskosten aller ETH-Token von 2.304 US-Dollar. Der Rückgang in Richtung 1.900 US-Dollar folgte auf einen Einbruch vom Rekordhoch bei 4.946 US-Dollar im vergangenen Jahr auf ein Tief von 1.400 US-Dollar im Juni.

„Für sich betrachtet ist Ethereum bereits günstig. Ein Kurs unterhalb der gesamten Kostenbasis bedeutet, dass der zuletzt eingestiegene Anleger auf Verlusten sitzt. Historisch betrachtet erschöpft dies den Verkaufsdruck und begrenzt das weitere Abwärtspotenzial“, erklärte CryptoQuant.

Die Analysten betonten jedoch, dass sich im Vergleich zu Bitcoin auf Basis weiterer wichtiger On-Chain-Daten noch nicht alle Bodensignale für ETH herausgebildet hätten.

ETH/BTC-Kennzahlen noch nicht auf Extremniveau

Der Bericht hebt hervor, dass das Verhältnis von Marktwert zu realisiertem Wert (MVRV) bei ETH/BTC von 0,95 im vergangenen August auf rund 0,65 gefallen ist. Dies deutet auf einen Wechsel von einer Überbewertung hin zu einem neutralen Niveau hin. Ein „nachhaltiger Boden“ bilde sich bei ETH üblicherweise erst, wenn die Kennzahl unter 0,45 falle, wie dies 2019 bis 2020 sowie Anfang 2025 der Fall gewesen sei, erklärte CryptoQuant.

ETH/BTC-MVRV-Verhältnis und Kurs. Quelle: CryptoQuant

Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei den ETH/BTC-Zuflüssen an Kryptobörsen. Die Kennzahl ist auf 0,8 zurückgegangen, nachdem sie im August bei mehr als 1,5 gelegen hatte. Dies signalisiert, dass im Verhältnis zu Bitcoin weniger Ethereum an Börsen übertragen wird. Böden hätten sich häufig dann gebildet, wenn der Wert in Richtung 0,4 gefallen sei, argumentierten die Analysten.

Auch die Bestände von börsengehandelten ETH/BTC-Fonds zeigen, dass institutionelle Investoren seit Ende Juni nach Monaten schwacher Entwicklung wieder stärker in Richtung Ethereum umschichten. Die Kennzahl erholte sich im Juli leicht auf 0,13, nachdem sie von einem Höchststand von 0,205 im August und September 2025 auf 0,115 im Juni gefallen war.

Während diese Kennzahlen bislang noch keinen Boden bestätigen, stellt das relative ETH/BTC-Spot-Handelsvolumen eine Ausnahme dar. Der Wert ist deutlich von 1,75 im August auf rund 0,5 gefallen. Dieses Niveau fiel in der Vergangenheit häufig mit Kurstiefs bei ETH zusammen.

ETH/BTC-Spot-Handelsvolumen. Quelle: CryptoQuant

„ETH ist gemessen an seiner eigenen Kostenbasis bereits günstig, während sich der relative Verkaufsdruck halbiert hat. Die Nachfrage über börsengehandelte Fonds beginnt sich zu erholen, und die Handelsaktivität befindet sich auf einem Niveau, das frühere Böden markiert hat. MVRV und Börsenzuflüsse haben jedoch noch nicht jene Extremwerte erreicht, die historisch einen Boden bestätigt haben. Daher könnte es noch einige Zeit dauern, bis sich ein endgültiger Tiefpunkt und die anschließend zu erwartende Outperformance von ETH herausbilden“, fassten die Analysten von CryptoQuant zusammen.

Checkliste zur Bodenbildung bei ETH. Quelle: CryptoQuant

Bereits zu Wochenbeginn hatte FXStreet berichtet, dass die jüngste Erholung von ETH einsetzte, nachdem das MVRV-Kaufsignal ausgelöst worden war. Auch dieses Signal fiel in der Vergangenheit häufig mit Kurstiefs der führenden Altcoin zusammen.

Ethereum-Prognose: Unter den 20- und 50-Tage-EMAs drohen weitere Verluste

Bei Ethereum kam es in den vergangenen 24 Stunden zu Liquidationen im Umfang von 67,79 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 44,18 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen.

Im Tageschart droht ETH erneut in eine bärische Struktur zurückzufallen. Der Kurs testet derzeit die exponentiellen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 20 und 50 Tage bei 1.839 beziehungsweise 1.831 US-Dollar. Die Momentumindikatoren deuten auf einen nachlassenden Kaufdruck hin. Der Relative-Stärke-Index über 14 Tage und der Stochastik-Oszillator sind auf 54 beziehungsweise 53 gesunken.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand an der horizontalen Hürde um 1.909 US-Dollar. Darüber folgen der 100-Tage-EMA bei 1.936 US-Dollar sowie die Zone um 2.019 US-Dollar, in der zuletzt verstärkt Verkaufsdruck auftrat. Weitere Widerstände befinden sich bei 2.108 und 2.211 US-Dollar. Deutlich darüber liegen zusätzliche Hürden im Bereich von 2.389 und 2.746 US-Dollar.

Chart Analysis ETH/USDT (Binance)

ETH/USDT-Tageschart

Auf der Unterseite bieten zunächst die 20- und 50-Tage-EMAs Unterstützung, gefolgt vom jüngsten strukturellen Tief bei rund 1.806 US-Dollar. Ein Bruch unter diese Marke würde die nächsten wichtigen Unterstützungen bei etwa 1.741 und anschließend 1.524 US-Dollar in den Fokus rücken.


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