Der US-Telemedizinanbieter Hims and Hers Health hat im dritten Quartal die Umsatzschätzungen der Analysten übertroffen. Das Unternehmen profitierte von einem Anstieg der Abonnentenzahlen und dem Ausbau seiner personalisierten Gesundheitsangebote.

Der Umsatz stieg auf 600 Millionen US-Dollar, nach Marktdaten von LSEG waren im Schnitt 580,2 Millionen erwartet worden. Die Zahl der Abonnenten legte im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 2,47 Millionen zu, während die monatlichen Online-Erlöse pro Nutzer um 19 Prozent auf 80 Dollar kletterten. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 6 Cent und blieb damit unter der Konsensschätzung von 10 Cent.

Hims and Hers sowie Wettbewerber bieten zunehmend personalisierte Varianten des Wirkstoffs Semaglutid an – dem Hauptbestandteil von Novo Nordisks Abnehmpräparat Wegovy. Diese individuellen Rezepturen werden in Dosierungen hergestellt, die von den Markenherstellern nicht verfügbar sind, nachdem die US-Regierung die Massenproduktion von Nachahmerpräparaten untersagt hatte.

Das Unternehmen steht nach eigenen Angaben in Gesprächen mit Novo Nordisk, um künftig Wegovy-Injektionen sowie – nach Zulassung – eine orale Version über seine Plattform anbieten zu können. Eine frühere Partnerschaft zwischen beiden Firmen war im Juni beendet worden.

Trotz höherer Kosten durch Investitionen in Diagnostik, eigene Laborkapazitäten und neue Therapiebereiche – etwa zu hormonellen Behandlungen und Wechseljahresthemen – hält Hims and Hers an seinem Ziel fest, bis 2030 einen Jahresumsatz von 6,5 Milliarden Dollar zu erreichen.

Das Unternehmen rechnet zudem damit, im Jahr 2026 rund 725 Millionen Dollar Umsatz mit seinem GLP-1-Gewichtsreduktionsangebot zu erzielen. Die jüngsten Investitionen könnten laut Finanzchef Yemi Okupe das Gewinnwachstum kurzfristig bremsen, sollen aber die langfristige Liquidität stärken.

Die Aktie des Unternehmens legte nachbörslich um mehr als vier Prozent zu.

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