- Goldpreis fällt unter 3.300 USD, da Anleger beginnen, globale Handelsrisiken zu verdauen.
- Trump bereitet sich darauf vor, neue Zolltarife für über sieben Länder anzukündigen.
- Anleger warten auf die Veröffentlichung der FOMC-Protokolle.
Der Goldpreis (XAU/USD) rutscht am Mittwoch unter die runde Unterstützung von 3.300 USD. Das Edelmetall sieht sich Verkaufsdruck ausgesetzt, bevor US-Präsident Donald Trump neue gegenseitige Zolltarife für über sieben Länder ankündigt, die während der 90-tägigen Pause keinen Handelsvertrag unterzeichnen konnten.
"Wir werden morgen früh eine Mindestanzahl von 7 Ländern veröffentlichen, die mit dem Handel zu tun haben, mit einer zusätzlichen Anzahl von Ländern, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit zu diesem Thema!" schrieb Trump.
Am Wochenende kündigte Trump neue Zolltarife für 14 Nationen an, wobei Japan und Südkorea hervorzuheben sind, da sie führende Handelspartner der USA sind.
Während die Auswirkungen der neuen Zolltarifliste voraussichtlich begrenzt sein werden, da sie wahrscheinlich keine prominenten Handelspartner enthalten wird, hat US-Präsident Trump erklärt, dass die Handelsverhandlungen mit China, der Eurozone und Indien reibungslos verlaufen.
Theoretisch verbessern erhöhte globale wirtschaftliche Spannungen die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold.
Unterdessen hat der feste US-Dollar (USD) auch die Aufwärtsbewegung des Goldpreises begrenzt. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen verfolgt, handelt fest in der Nähe des wöchentlichen Höchststands von rund 97,80, der am Dienstag erreicht wurde.
Zusätzlich hat US-Präsident Trump 50% Zölle auf Kupfer und 200% auf Pharmazeutika vorgeschlagen.
In Zukunft werden sich die Anleger auf die FOMC-Protokolle des geldpolitischen Treffens vom 17. bis 18. Juni konzentrieren, bei dem die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze im Bereich von 4,25%-4,50% stabil hielt.
Technische Analyse von Gold
Der Goldpreis bricht unter die aufwärts gerichtete Trendlinie einer aufsteigenden Dreiecksformation auf einem Tageszeitrahmen, die vom Tiefpunkt am 7. April bei 2.957 USD verläuft. Der horizontale Widerstand des oben genannten Chartmusters ist vom Hoch am 22. April bei rund 3.500 USD eingezeichnet. Theoretisch führt ein Durchbruch des Vermögenswerts unter die aufwärts gerichtete Trendlinie zu einem starken Rückgang.
Das Edelmetall handelt unter dem 20-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bei rund 3.334 USD, was darauf hindeutet, dass sich der kurzfristige Trend negativ entwickelt hat.
Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) oszilliert im Bereich von 40,00-60,00, was auf einen seitwärts gerichteten Trend hinweist.
Wenn der Goldpreis unter das Tief vom 29. Mai bei 3.245 USD fällt, würde er in Richtung der runden Unterstützung von 3.200 USD und des Tiefs vom 15. Mai bei 3.121 USD fallen.
Alternativ wird der Goldpreis in ein unbekanntes Terrain eintreten, wenn er entscheidend über die psychologische Marke von 3.500 USD ausbricht. Mögliche Widerstände wären 3.550 USD und 3.600 USD.
Gold Tageschart

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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