- Renditen von Staatsanleihen nahe den Höchstständen von 2007, belasten zinsloses Gold.
- Das Patt zwischen den USA und dem Iran hält die Ölpreise gestützt und die Inflationsrisiken erhöht.
- Das Protokoll des FOMC könnte nach schwächeren US-Daten für Klarheit in der Fed-Debatte sorgen.
Gold (XAU/USD) zieht sich am Dienstag zurück, da die Renditen von US-Staatsanleihen weiter an Dynamik gewinnen, während die Energiepreise angesichts fehlender Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran weiter steigen. XAU/USD notiert bei 4.364 USD und liegt damit über 1,10% im Minus.
XAU/USD fällt, da hohe Renditen und Ölrisiken das Edelmetall unter Druck setzen
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Entwicklung des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs Währungen abbildet, liegt unverändert bei 99,60. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist um mehr als 1 Basispunkt auf 4,712% gefallen. Bemerkenswert ist, dass die Renditen von US-Staatsanleihen im Verlauf der Sitzung zuvor auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen waren, was für Gold, das keine Zinsen abwirft, ein Gegenwind ist.
Eine Deeskalation des Konflikts scheint weit entfernt, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, dass der Iran Washingtons Bedingungen zur Beendigung der Feindseligkeiten wahrscheinlich nicht akzeptieren werde. Unterdessen nimmt der Iran eine offensive Haltung ein und fügt hinzu, dass die Straße von Hormus geschlossen bleiben werde, wenn Washington ihre Bedingungen nicht akzeptiert.
Die Ölpreise blieben angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten gestützt, was eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) begünstigt. Ein schwächer als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht und nachlassende Inflationsdaten zwangen die Anleger dazu, Zinserhöhungen im Jahr 2026 aus den Preisen herauszunehmen.
Auf der Datenseite fielen die US-Baubeginne im Juli um 12,4% MoM, von 1,415 Millionen im Juni auf 1,239 Millionen, was auf höhere Hypothekenzinsen zurückzuführen ist, die seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten stark gestiegen sind, sowie auf hohe Hauspreise. Gleichzeitig meldete die Federal Reserve, dass die Industrieproduktion im Juli von den erwarteten 0,3% auf 0,2% MoM zurückging.
Anleger warten derzeit auf die Veröffentlichung des Protokolls der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch, um Hinweise auf den erwarteten Verlauf der künftigen Zinssätze zu erhalten.
XAU/USD technische Analyse: Gold fiel unter den 100-Tage-SMA, Blick auf 4.200 USD
Der Goldpreis liegt erneut unter der Marke von 4.400 USD und fiel unter den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) von 4.384 USD. Das bullische Momentum scheint nachzulassen, da der Relative Strength Index (RSI) weiter sinkt, was darauf hindeutet, dass Verkäufer in den Markt eintreten.
Falls XAU/USD unter 4.350 USD fällt, ist ein Test von 4.300 USD zu erwarten, gefolgt von einem Rückgang zum Hoch vom 6. Juli bei 4.202 USD, anschließend zum 50-Tage-SMA bei 4.146 USD und 4.100 USD.
Für eine bullische Fortsetzung liegt der erste Widerstand bei der Marke von 4.400 USD. Danach folgt das psychologische Niveau von 4.450 USD, gefolgt von der Marke von 4.500 USD.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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