Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen zufolge zielt die Ausweitung der EUREP-Fazilität der Europäischen Zentralbank (EZB) auf alle berechtigten Nicht-Euro-Notenbanken darauf ab, die globale Euro-Liquidität zu stärken und die internationale Rolle der Gemeinschaftswährung zu stützen. Die Nachfrage nach Euro-Liquidität bleibe jedoch im Vergleich zum US-Dollar gering, was die Aussichten begrenze, die Dominanz des Dollars im Handel und bei Währungsreserven herauszufordern.

EZB weitet EUREP aus, Nachfrage bleibt verhalten

"Die EZB hat am Wochenende angekündigt, künftig allen Nicht-Euro-Notenbanken Zugang zu ihren Euro-Liquiditätsfazilitäten zu gewähren (sofern keine regulatorischen Ausschlussgründe vorliegen). Damit wird die Repo-Fazilität des Eurosystems – kurz EUREP –, die bislang vor allem Notenbanken in benachbarten Regionen offenstand, breiter zugänglich. Ziel ist es, ausreichend Euro-Liquidität weit über den Euroraum hinaus bereitzustellen, insbesondere wenn sie in turbulenten Zeiten an den Finanzmärkten besonders benötigt wird."

"Dieser Schritt ist vor dem Hintergrund der zuletzt verstärkten Bemühungen der EU-Spitzen zu sehen, den Euro als internationale Währung zu stärken. Das Signal ist klar: Jeder soll Euro erhalten können, wenn sie gebraucht werden. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Bislang war die Nachfrage gering."

"Das zeigt sich besonders deutlich im Vergleich der bisherigen Nutzung der Euro-Liquiditätslinien der EZB mit denen der US-Notenbank Federal Reserve. Eine Phase mit besonders hoher Nachfrage nach den Fazilitäten der Fed war 2020 während der Coronavirus-Pandemie, als die Sorgen über Lockdowns dominierten. In der Spitze beliefen sich die ausstehenden Beträge aus den USD-Linien der Fed an ausländische Notenbanken auf rund 450 Milliarden US-Dollar."

"Zwar ist das Netzwerk der Fed deutlich umfangreicher. Die US-Notenbank unterhält permanente Swap-Linien mit den fünf wichtigsten Notenbanken der Welt (EZB, Bank of Japan, Bank of England, Schweizerische Nationalbank, Bank of Canada). Ausschlaggebend ist jedoch, dass in Stressphasen an den globalen Finanzmärkten vor allem US-Dollar nachgefragt werden – nicht Euro."

"Die Absicht der europäischen Währungshüter ist klar: Der Euro soll so attraktiv werden, dass ihn immer mehr Unternehmen für grenzüberschreitende Zahlungen nutzen. Um den Dollar jedoch von seiner Spitzenposition zu verdrängen, müsste der Euro zunehmend als Vehikelwährung fungieren, also verstärkt bei Transaktionen zwischen Drittländern eingesetzt werden."

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