Der Euro (EUR) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) zu. Rückenwind liefern die überraschend starken Erzeugerpreise im Euroraum und gestiegene Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank (EZB), wie Shaun Osborne und Eric Theoret von Scotiabank hervorheben. An den Märkten ist inzwischen bis zum Jahresende mehr als eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte eingepreist. Das kurzfristige technische Bild für EUR/USD ist neutral bis bullish. Unterstützung liegt im Bereich von 1,1580, während sich bis 1,1650 nur begrenzter Widerstand abzeichnet. Der faire Wert wird auf rund 1,1623 geschätzt.

Inflationsdaten geben dem Euro Rückenwind

„Die Konjunkturdaten fielen zuletzt gemischt aus. Die endgültigen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor und die Gesamtwirtschaft deuten auf ein moderates Wachstum im Euroraum hin. In Deutschland und Frankreich lagen wichtige Werte allerdings unter der Marke von 50 Punkten und signalisierten damit eine schrumpfende Wirtschaftsaktivität. Im Vordergrund stehen jedoch die deutlich gestiegenen Erzeugerpreise, da die EZB entschlossen bleibt, den zunehmenden Inflationsrisiken entgegenzutreten. Die Erzeugerpreise im Euroraum stiegen im Juli um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zeigen damit neuen Preisdruck. Zugleich nähert sich die Rate wieder dem bisherigen Zyklushoch von 5,9 Prozent aus dem Mai.“

„Die Zinserwartungen für die EZB haben sich innerhalb der vergangenen Woche deutlich nach oben verschoben. Über die für September eingepreiste Straffung um 25 Basispunkte hinaus rechnen die Märkte bis zum Jahresende inzwischen nahezu mit einer weiteren vollständigen Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Die Renditedifferenzen geben dem Euro wieder Unterstützung. Unsere auf dem Renditeabstand zweijähriger deutscher und US-amerikanischer Staatsanleihen basierende Schätzung des fairen Werts liegt derzeit bei 1,1623.“

„EUR/USD kurzfristig aus technischer Sicht: neutral bis bullish. Die jüngste Stabilisierung des Wechselkurses ist von Bedeutung und zeigt eine klare Unterstützung unterhalb von 1,16, insbesondere bei 1,1580.“

„Die vorsichtigen Kursgewinne sorgen für eine leichte Verbesserung des Momentums. Der RSI ist dadurch wieder in den mittleren 50er-Bereich gestiegen, womit sich das Chancen-Risiko-Verhältnis kurzfristig zugunsten weiterer Kursgewinne verschiebt. Bis 1,1650 sehen wir nur begrenzten Widerstand. Darüber liegt das lokale Hoch von Mitte beziehungsweise Ende August knapp oberhalb von 1,17.“

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