- EUR/USD dreht frühere Gewinne um, da neue Risiken im Nahen Osten den US-Dollar stärken.
- Höhere Ölpreise schüren weiterhin Inflationssorgen.
- Die EZB wird voraussichtlich am Donnerstag die Zinsen halten, eine Zinserhöhung im September ist bereits vollständig eingepreist.
EUR/USD tendiert am Montag niedriger und kehrt damit frühere Gewinne um, da die Märkte zwischen Risikoappetit und Risikoaversion schwanken. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt das Paar um 1,1408 und gibt damit von einem Intraday-Hoch bei 1,1449 nach.
Schlagzeilen aus dem Nahen Osten prägen die Kursentwicklung zu Wochenbeginn in Abwesenheit wichtiger Wirtschaftsdaten. Der Euro (EUR) stieg im Tagesverlauf, da der US-Dollar (USD) nach einem Reuters-Bericht schwächer wurde, wonach Vermittler eine 10-tägige Pause bei den Streiks vorgeschlagen hatten, um das vorläufige US-Iran-Abkommen wiederzubeleben. Beamte beider Länder signalisierten zudem, dass sie weiterhin offen für Diplomatie seien.
Die Stimmung drehte jedoch wieder vorsichtig, nachdem ein weiterer Reuters-Bericht meldete, dass die dem Iran nahestehenden Huthi-Rebellen im Jemen eine sofortige Seeblockade gegen Saudi-Arabien erklärt hätten. Die Märkte drehten schnell zurück zum US-Dollar, wodurch die früheren Gewinne von EUR/USD wieder zunichtegemacht wurden.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen misst, notiert bei rund 101,00 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief bei 100,65.
Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit mehr als einem Monat zurückgekehrt, seit die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran Anfang Juli wieder aufgenommen wurden, was die inflationsgetriebenen Risiken im Energiesektor in den Fokus rückt und die Möglichkeit erhöht, dass der Preisdruck nach der Abkühlung sowohl in der Eurozone als auch in den USA im Juni wieder zunehmen könnte.
Vor diesem Hintergrund erwarten die Märkte, dass sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Federal Reserve (Fed) eine restriktive Geldpolitik beibehalten. Es wird allgemein erwartet, dass die EZB am Donnerstag den Zinssatz für die Einlagenfazilität unverändert bei 2,25 % belässt, obwohl eine Zinserhöhung bis September vollständig eingepreist ist. Gleichzeitig zeigt das CME FedWatch Tool, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September bei etwa 63 % liegt.
„Eine straffere Geldpolitik, während die Wirtschaft der Eurozone noch unter ihrem Potenzial operiert, wird wahrscheinlich eher die Abwärtsrisiken für den Euro begrenzen als die Währung nach oben treiben, da sie die Wahrscheinlichkeit einer nach unten gerichteten Anpassung der EZB-Zinserwartungen erhöht“, erklärten Analysten von Brown Brothers Harriman (BBH).
EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.
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