• EUR/USD steigt auf rund 1,1393, da der US-Dollar vor der Geldpolitik der Fed nachgibt.
  • Es wird erwartet, dass die Fed die Zinsen zum fünften Mal in Folge unverändert lässt.
  • Anleger warten auf die Inflationsdaten aus Deutschland und der Eurozone, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der EZB zu erhalten.

Der Euro (EUR) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch auf rund 1,1393 zu. Das wichtige Währungspaar steigt leicht, da der US-Dollar vor der geldpolitischen Ankündigung der Federal Reserve (Fed) um 18:00 GMT etwas schwächer tendiert.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, leicht niedriger bei rund 101,30.

Laut dem CME FedWatch Tool sehen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 69,5%, dass die Fed die Zinsen in der Spanne von 3,50%-3,75% unverändert lässt. Dies wäre die fünfte Sitzung in Folge, in der die Fed am Status quo festhält.

Anleger werden der geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh genau Aufmerksamkeit schenken, um Hinweise darauf zu erhalten, ob die Zentralbank sich der wirtschaftspolitischen Agenda von US-Präsident Donald Trump annähert.

Am Montag forderte US-Präsident Trump Fed-Chef Kevin Warsh auf, die Zinsen zu senken, und fügte hinzu, dass es kürzlich einen guten Inflationsbericht gegeben habe, die Kosten rasch zurückgingen und die Preise deutlich fallen sollten, sobald der Golfkrieg endet.

Auf Seiten der Eurozone warten Anleger auf die vorläufigen Daten des deutschen und des Eurozonen-Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Juli, die am Donnerstag bzw. Freitag veröffentlicht werden.

Den Schätzungen zufolge stieg der deutsche HVPI im Jahresvergleich (YoY) um 2,8% und damit stärker als die 2,4% im Juni. Ein starkes deutsches Inflationswachstum würde die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) schüren.

 

Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.

In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.

Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.


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