• EUR/USD stabilisiert sich nach einem volatilen Wochenauftakt, da die Spannungen im Nahen Osten die Märkte vorsichtig stimmen.
  • Steigende Energiekosten trüben weiterhin die Wachstumsaussichten der Eurozone und schüren Inflationssorgen.
  • Händler warten auf wichtige Wirtschaftsindikatoren aus den USA und der Eurozone, um neue Hinweise auf die geldpolitischen Wege von EZB und Fed zu erhalten.

EUR/USD konsolidiert mit leichten Verlusten nach einem volatilen Wochenbeginn, während Händler die sich entwickelnden geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten bewerten, wobei die Kursbewegungen weiterhin vom US-Dollar (USD) und den Ölpreisdynamiken getrieben werden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,1778, nachdem es sich von einem Intraday-Tief nahe 1,1748 erholt und die bärische Wochenöffnungslücke geschlossen hat.

Nachlassende Hoffnungen auf eine kurzfristige Lösung des US-Iran-Kriegs begrenzen den Abwärtsdruck auf den US-Dollar, was wiederum Aufwärtsversuche im Euro (EUR) einschränkt. Der Greenback war zuvor auf das Niveau vor dem Krieg zurückgefallen, da Optimismus herrschte, dass beide Seiten schließlich eine Einigung erzielen könnten. Washington und Teheran lehnen jedoch weiterhin gegenseitig die Vorschläge ab, wobei Meinungsverschiedenheiten über Irans Nuklearprogramm ein zentrales Hindernis bleiben.

US-Präsident Donald Trump sagte am Montag Reportern im Oval Office, dass er sich mit seinem nationalen Sicherheitsteam treffen werde, um den Iran-Krieg zu besprechen. Trump warnte auch, dass der Waffenstillstand „auf massivem Lebenserhalt“ stehe und beschrieb ihn als „schwach“. Er sagte Fox News, dass er erwäge, „Project Freedom“ zu erneuern.

Unterdessen handeln die Ölpreise weiterhin auf hohem Niveau, da die Pattsituation in der Straße von Hormus die Lieferflüsse stört und Sorgen über globale Inflation und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum schürt. Die Eurozone bleibt besonders verwundbar aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von importierter Energie.

Da sich der Inflationsausblick aufgrund steigender Energiekosten verschlechtert, haben die Erwartungen an geldpolitische Straffungen durch wichtige Zentralbanken zugenommen. Händler rechnen nun mit mindestens zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bis zum Jahresende, während die Märkte erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen für den Rest des Jahres unverändert lässt.

EZB-Politiker Martin Kocher sagte am Montag gegenüber der NZZ, dass die Erholung der Eurozone „bedroht“ sei, da die Inflationsrisiken im Zuge des Nahostkonflikts steigen. Er erklärte, die EZB werde „wachsam bleiben und bei Bedarf schnell und entschlossen handeln.“ Auf die Frage, ob die EZB bei ihrer nächsten Sitzung die Zinsen anheben könnte, sagte Kocher, dass „sofern sich die Lage nicht deutlich verbessert, eine Zinserhöhung bald unvermeidlich sein wird.“

Die Händler warten nun auf eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten, darunter den US-Verbraucherpreisindex (CPI) und die Inflationsdaten Deutschlands am Dienstag, gefolgt vom US-Erzeugerpreisindex (PPI) und den vorläufigen BIP-Daten der Eurozone für das erste Quartal am Mittwoch.


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