- EUR/USD hat Schwierigkeiten, nennenswerte Kursgewinne zu erzielen, da die Spannungen mit Iran den sicheren Hafen USD stützen.
- Steigende Ölpreise beleben die Inflationsängste, stärken die Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed und unterstützen den US-Dollar weiter.
- Händler richten ihren Blick nun auf die Veröffentlichung des Protokolls der Juni-Sitzung des FOMC, um einen bedeutenden Impuls zu erhalten.
Das Paar EUR/USD verteidigt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch die Marke von 1,1400, hat jedoch Schwierigkeiten, nennenswerte Käufer anzuziehen, da die erneuten US-iranischen Feindseligkeiten belasten. Die Händler wirken ebenfalls zögerlich und entscheiden sich, das FOMC-Protokoll abzuwarten, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve (Fed) zu erhalten, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.
Das US-Militär startete am Dienstag eine neue Welle von Angriffen gegen den Iran, nachdem Berichte über Angriffe auf drei Öltanker in der Straße von Hormus eingegangen waren, was den ohnehin fragilen Waffenstillstand gefährdet. Die Händler reagierten schnell und berücksichtigten die geopolitische Risikoprämie angesichts der Befürchtungen einer weiteren Eskalation der Spannungen, was den sicheren Hafen US-Dollar (USD) stützt und als Gegenwind für das Paar EUR/USD wirkt.
Unterdessen zog die US-Regierung auch eine wichtige Zugeständnis zurück, die es dem Iran erlaubte, Öl auf den internationalen Märkten zu verkaufen, was eine starke Rallye der Rohölpreise und energiegetriebene Inflationsängste auslöste. Dies erhöht die Markterwartungen, dass die Fed die Zinssätze bis Ende dieses Jahres mindestens einmal anheben wird. Die Aussichten lösen wiederum eine neue Aufwärtsbewegung bei den Renditen der US-Staatsanleihen aus, die als weiterer Faktor zur Unterstützung des Greenback gesehen wird.
Die USD-Bullen verzichten jedoch darauf, aggressive Wetten abzuschließen, da der Markt weiterhin auf die Veröffentlichung des Protokolls der FOMC-Sitzung vom 16. bis 17. Juni wartet, die später während der US-Sitzung erwartet wird. Die Investoren werden nach weiteren Einblicken in den geldpolitischen Ausblick der Fed suchen, der wiederum eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der kurzfristigen USD-Kursdynamik spielen und dem Paar EUR/USD einen bedeutenden Impuls verleihen wird.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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