• EUR/USD zieht zum dritten Tag in Folge einige Käufer an, da das US-Iran-Friedensabkommen den US-Dollar (USD) schwächt.
  • Die hawkischen Aussichten der EZB kommen der Gemeinschaftswährung zugute und stützen das Währungspaar weiter.
  • Händler scheinen jedoch zögerlich und entscheiden sich, auf die mit Spannung erwartete FOMC-Zinsentscheidung zu warten.

Das Paar EUR/USD handelt zum dritten Tag in Folge mit positiver Tendenz und hält sich während der asiatischen Sitzung am Mittwoch stabil über der Marke von 1,1600. Die Bullen scheinen jedoch zögerlich und entscheiden sich, auf das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung zu warten, bevor sie sich für eine Ausweitung der jüngsten guten Erholungsbewegung von der psychologischen Marke 1,1500 oder dem vor über zwei Monaten erreichten Tiefstand positionieren.

Der jüngste Optimismus über ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und Iran hält den sicheren Hafen US-Dollar (USD) in der Defensive, was wiederum als Schlüsselfaktor gilt, der dem Paar EUR/USD Rückenwind verleiht. Die Gemeinschaftswährung hingegen erhält Unterstützung durch das hawkische Signal der Europäischen Zentralbank (EZB) nach einer Zinserhöhung zum ersten Mal seit drei Jahren. Tatsächlich hat die EZB ihre Inflationsprognosen für 2026 angesichts anhaltender Energieschocks und sich ausweitender Preisdruckfaktoren in der Eurozone auf 3 % angehoben.

Darüber hinaus preisen Händler trotz der Deeskalation der Spannungen im Nahen Osten weiterhin etwa 40 Basispunkte an zusätzlichen Zinserhöhungen für 2026 durch die EZB ein. Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmen-Friedensabkommen geeinigt, das den Krieg beenden soll, der Anfang 2026 begann. Das erste Memorandum of Understanding (MOU) sieht einen 60-tägigen Waffenstillstand, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Grundlage für technische Verhandlungen über Irans Atomprogramm vor. Weitere Details zum Abkommen sind jedoch rar.

Dies, zusammen mit der Erwartung, dass die US-Notenbank (Fed) im Dezember möglicherweise noch eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornimmt, hält die USD-Bären davon ab, aggressive Wetten zu platzieren, und begrenzt den Aufwärtstrend des Paares EUR/USD. Daher wird der Markt weiterhin auf die entscheidende Fed-Zinsentscheidung, die neuesten Wirtschaftsprognosen und den sogenannten Dot Plot fokussiert sein. Hinzu kommt, dass die Kommentare des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh während der Pressekonferenz nach der Sitzung auf Hinweise zum zukünftigen geldpolitischen Kurs genau analysiert werden.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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