- EUR/USD verliert im frühen asiatischen Handel am Dienstag bis auf etwa 1,1415 an Boden.
- EZB-Chefin Lagarde sagte, Europa werde widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Schocks.
- Die Märkte erwarten in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen in den USA.
Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Dienstag mit leichten Verlusten um 1,1415. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da Händler ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr reduzieren.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte in einer Rede zur Eröffnung des jährlichen Treffens ihrer Institution am Montag, dass Europa dank eines besseren finanziellen Rahmens und Fortschritten bei der grünen Transformation weniger anfällig für externe Schocks werde.
Lagarde betonte, dass die Spannungen im Zuge eines Friedensabkommens nachlassen, das jedoch „weit davon entfernt ist, sicher zu sein.“ Die Entscheidungsträger müssen entscheiden, ob weitere geldpolitische Straffungen erforderlich sind.
Die Märkte haben ihre Erwartungen an künftige Zinserhöhungen der EZB zurückgeschraubt, da die Energiepreise nachgeben. Oxford Economics und Capital Economics gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen nicht weiter anheben wird, obwohl die Anleger weiterhin eine weitere Zinserhöhung um einen Viertelpunkt einpreisen, die den Einlagensatz auf 2,50 % anheben würde.
Andererseits wurde der Pfad für die US-Zinsen deutlich nach oben korrigiert. Händler preisen laut dem CME FedWatch-Tool nun eine fast 60%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) bis September ein.
Die US-ADP-Beschäftigungsdaten und die US Nonfarm Payrolls (NFP) werden im Laufe der Woche die Highlights sein. Diese Berichte könnten Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed geben. Jegliche Anzeichen eines robusten US-Arbeitsmarktes könnten den Greenback stärken und dem wichtigen Paar Gegenwind verleihen.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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