- EUR/USD gewinnt an Anschlussdynamik, da der nächtliche Rückgang der US-Anleiherenditen den USD belastet.
- Geopolitische Risiken und eine hawkische Fed begrenzen die USD-Verluste, während Frankreichs Schuldenkrise den Euro deckelt.
- Die bärische technische Ausgangslage mahnt zudem zur Vorsicht, bevor man sich für weitere Kursgewinne positioniert.
Das Paar EUR/USD zieht am Freitag im asiatischen Handel zum zweiten Mal in Folge Käufer an und steigt angesichts eines schwachen US-Dollars (USD) in den Bereich von 1,1225-1,1230. Die Spotpreise bleiben jedoch innerhalb einer seit Monatsbeginn bestehenden Spanne gefangen, was bei den Bullen gewisse Vorsicht rechtfertigt.
Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, dass die USA vor den Zwischenwahlen am 3. November keine militärischen Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen würden, was zusammen mit dem nächtlichen Rückgang der US-Anleiherenditen zu Gewinnmitnahmen beim USD führt. Der Risikoaufschlag für geopolitische Risiken bleibt jedoch angesichts der Konfrontation zwischen den USA und dem Iran über Teherans Atomprogramm bestehen. Zudem dürfte die hawkische Tendenz der US-Notenbank (Fed) dazu beitragen, tiefere USD-Verluste zu begrenzen und das Paar EUR/USD zu deckeln.
Darüber hinaus könnten Sorgen über Frankreichs steigende Verschuldung und die politische Blockade vor der Wahl im kommenden Jahr Händler davon abhalten, aggressive bullische Wetten auf die Gemeinschaftswährung einzugehen. Dies deutet zusammen mit einer bärischen technischen Ausgangslage darauf hin, dass starke Anschlusskäufe erforderlich sind, um zu bestätigen, dass das Paar EUR/USD einen kurzfristigen Boden gebildet hat und für eine Ausweitung der bescheidenen Erholung dieser Woche aus dem Bereich von 1,1160 bzw. dem niedrigsten Stand seit Mai 2025 positioniert ist.
Vor dem Hintergrund eines Rückgangs vom monatlichen August-Hoch könnte die jüngste preisliche Bewegung innerhalb der Spanne weiterhin als bärische Konsolidierungsphase eingestuft werden. Zudem signalisiert der Relative Strength Index (RSI) um 50,4 ein neutrales Momentum, nachdem er sich von überverkauften Werten erholt hat, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) leicht ins Positive gedreht hat und damit eher auf eine mögliche Pause als auf eine klare Umkehr gegen den vorherrschenden Widerstand oberhalb hindeutet.
Daher dürfte jede weitere Aufwärtsbewegung eher auf starken Widerstand im Bereich von 1,1280 bzw. an der oberen Begrenzung der Handelsspanne stoßen. Dicht dahinter folgt die Marke von 1,1300, deren Überwindung eine Short-Covering-Rallye bis zur nächsten relevanten Hürde im Bereich von 1,1355-1,1360 auslösen könnte. Der Anstieg könnte jedoch weiterhin als Verkaufsgelegenheit gesehen werden und läuft angesichts der zugrunde liegenden bullischen Stimmung rund um den USD Gefahr, recht schnell zu verpuffen.
Dennoch untermauert die breitere Ausgangslage eine übergeordnete Abwärtsstruktur. Auf der Unterseite würde Schwäche unterhalb der Marke von 1,1200 die Unterstützung der Handelsspanne im Bereich von 1,1160 freilegen. Ein Scheitern, diesen Bereich zu verteidigen, würde als neuerlicher Auslöser für bärische Händler gesehen und den Weg für tiefere Verluste ebnen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
EUR/USD 4-Stunden-Chart
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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