- EUR/GBP kämpft darum, sich in der Nähe von 0,8620 im Countdown zur Geldpolitik der BoE und EZB zu erholen.
- Sowohl die BoE als auch die EZB werden voraussichtlich die Zinssätze unverändert lassen.
- Im Vorfeld der Geldpolitik der EZB werden die Anleger am Mittwoch auf die vorläufigen HICP-Daten der Eurozone achten.
Das Paar EUR/GBP notiert während der frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag verletzlich in der Nähe des Fünf-Monats-Tiefs von 0,8620. Das Währungspaar steht unter Druck vor den geldpolitischen Ankündigungen sowohl der Europäischen Zentralbank (EZB) als auch der Bank of England (BoE) am Donnerstag.
Die Anleger erwarten, dass beide Zentralbanken die Zinssätze auf ihrem aktuellen Niveau belassen. Die EZB wird voraussichtlich ihren Einlagenzinssatz bei 2 % stabil halten, da die Inflation in der Eurozone nahe dem Ziel von 2 % der Zentralbank geblieben ist.
Im Vorfeld der geldpolitischen Ankündigung der EZB werden die Anleger auf die vorläufigen harmonisierten Verbraucherpreisindex-Daten (HICP) der Eurozone für Januar achten, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass der HICP im Jahresvergleich um 1,7 % gestiegen ist, langsamer als die 1,9 % im Dezember. Im gleichen Zeitraum wird geschätzt, dass der Kern-HICP – der volatile Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak ausschließt – stabil um 2,3 % gewachsen ist.
Unterdessen wird erwartet, dass die BoE die Kreditkosten bei 3,75 % unverändert lässt, da die Auswirkungen früherer Zinssenkungen noch nicht in die Wirtschaft geflossen sind. Außerdem senkte die Zentralbank des Vereinigten Königreichs (UK) die Zinssätze in der Sitzung im Dezember um 25 Basispunkte (bps) und bekräftigte, dass die Geldpolitik auf einem "allmählichen Abwärtspfad" sei.
Ein höher als projizierter Anstieg der Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) im Vereinigten Königreich für Dezember wird ebenfalls erwartet, um die BoE-Beamten davon abzuhalten, aufeinanderfolgende Zinssenkungen vorzunehmen. Im Dezember beschleunigte sich die Gesamtinflation auf 3,4 % von 3,2 % im November, nachdem sie zwei Monate lang zurückgegangen war.
Zentralbanken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.
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