Ripple (XRP) versucht am Dienstag die Wende. Über 1,60 US-Dollar notiert der Token wieder, nachdem der Kurs in der vergangenen Woche brutal eingebrochen war und die Schlüsselmarke bei 1,50 Dollar getestet hatte. Auf den ersten Blick sieht das nach Entspannung aus: knapp 2 % Plus im Tagesverlauf. Doch der Schein trügt. Ein genauer Blick zeigt: Die Erholung steht auf wackligen Füßen.
Institutionelle greifen zu – Privatanleger ziehen sich zurück
Während am Kryptomarkt zuletzt reihenweise Positionen abgebaut wurden, entdeckten institutionelle Investoren XRP für sich. Über Spot-ETFs auf XRP floss am Freitag wieder Geld in den Markt: rund 17 Mio. US-Dollar Zuflüsse. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil nur einen Tag zuvor der größte Abfluss seit Start dieser Produkte verzeichnet wurde – fast 93 Mio. US-Dollar an nur einem Tag.
ETF-Zuflüsse gelten als klares Stimmungsbarometer. Kommt Geld rein, glauben große Investoren an eine kurzfristige Stabilisierung. Genau dieses Signal sendet der Markt aktuell. Aber: Es ist nur die halbe Wahrheit.
Warnsignal Open Interest: Trader steigen aus
Denn während Institutionelle kaufen, ziehen sich Privatanleger zurück. Das Open Interest, also der Gesamtwert aller offenen Futures-Positionen, fiel von 2,97 Mrd. auf 2,81 Mrd. US-Dollar innerhalb eines Tages.
Das ist mehr als eine Randnotiz. Sinkendes Open Interest bedeutet: Trader schließen Positionen, statt neue aufzubauen. Vertrauen in eine nachhaltige Erholung sieht anders aus. Genau diese frische Nachfrage fehlt XRP aktuell – und ohne sie bleibt jede Aufwärtsbewegung anfällig.
Kaum Aktivität auf der Blockchain
Auch auf der Blockchain selbst sieht es dünn aus. Die Zahl der aktiven Adressen im XRP Ledger fiel bis Sonntag auf rund 18.000. Am Samstag gab es zwar einen kurzen Hoffnungsschimmer mit etwa 21.500 aktiven Wallets, doch dieses Plus war schnell wieder verschwunden.
Wenig Aktivität bedeutet wenig Nutzung – und das wirkt direkt auf den Kurs. Eine Rally ohne Beteiligung der Masse hält selten lange.
Der Chart spricht eine klare Sprache
Technisch bleibt XRP unter Druck. Der Kurs liegt bei 1,62 Dollar, doch über ihm warten massive Hürden:
- 50-Tage-EMA: 1,96 Dollar
- 100-Tage-EMA: 2,10 Dollar
- 200-Tage-EMA: 2,25 Dollar
Alle gleitenden Durchschnitte fallen – und alle liegen klar über dem aktuellen Kurs. Das ist das klassische Rezept für gescheiterte Erholungen.
Auch der MACD sendet keine Entwarnung: Die Linie liegt unter dem Signal, das negative Histogramm weitet sich aus. Viele Anleger reduzieren ihr Risiko – kein gutes Zeichen.
Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Der RSI liegt bei 28 und damit im überverkauften Bereich. Gleichzeitig zieht er leicht an. Übersetzt heißt das: Der Verkaufsdruck lässt nach, eine technische Gegenbewegung ist möglich. Mehr aber auch nicht – noch nicht.

Diese Marken entscheiden jetzt alles
Die abwärts gerichtete Trendlinie vom Hoch bei 3,66 Dollar wirkt wie eine Betonwand. Spätestens bei 2,21 Dollar dürfte jede Erholung hart gebremst werden.
Nach unten ist die Lage klar und brutal ehrlich: Fällt XRP per Tagesschluss unter 1,60 Dollar, behalten die Bären die Kontrolle. Dann rückt die 1,50-Dollar-Zone wieder in den Fokus – genau dort, wo der letzte Abverkauf gestoppt wurde.
Fazit: XRP am Kipppunkt
XRP lebt aktuell von Hoffnung und ETF-Geld, nicht von breiter Marktteilnahme. Institutionelle steigen ein, Privatanleger steigen aus. Die Blockchain bleibt ruhig, der Chart angeschlagen.
Kurz gesagt: Das ist eine Erholung auf Bewährung. Hält die 1,60, ist ein technischer Rebound möglich. Bricht sie, droht der nächste Test bei 1,50 Dollar. Für einen echten Trendwechsel fehlt XRP derzeit genau das, was Rallys trägt: Überzeugung, Volumen und breite Nachfrage.
Jetzt entscheidet sich, ob Ripple zurückkommt – oder nur kurz Luft holt, bevor es wieder nach unten geht.
Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.
Kryptowährungen Nachrichten
WEITERE INFOS
Alarm bei Ripple: Diese Zahl macht XRP-Anlegern jetzt Angst
Ripple (XRP) steht massiv unter Druck. Während sich der Kryptomarkt insgesamt in einen klaren Risk-off-Modus verabschiedet, trifft es den Remittance-Token besonders hart. Am Freitag notiert XRP bei rund 1,37 US-Dollar – ein Tagesverlust von fast 5 %.
Bitcoin stürzt ab – Krypto-Markt verliert Milliarden, Panik an den Börsen
Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag unter die Marke von 65.000 US-Dollar gefallen und hat binnen 24 Stunden rund 11 Prozent verloren. Damit verzeichnet die größte Kryptowährung den stärksten Rückgang seit dem sogenannten Leverage Flush vom 10. Oktober. Seit diesem Ereignis hat Bitcoin mehr als 50 Prozent seines damaligen Wertes eingebüßt.
Krypto-Schock bei Ethereum: Milliardenverluste und Angst vor weiterem Absturz
Ethereum (ETH) hat seine Talfahrt am Donnerstag fortgesetzt und binnen 24 Stunden mehr als fünf Prozent verloren. Der Kurs fiel in Richtung der Marke von 2.100 US-Dollar und damit unter den durchschnittlichen Einstiegspreis beziehungsweise den realisierten Preis der Investoren von 2.310 US-Dollar, wie aus Daten von CryptoQuant hervorgeht.
Solana Preisprognose: SOL-Ausverkauf intensiviert sich, da BTC auf 60.000 USD fällt
Der Preis von Solana (SOL) weitet seine Korrektur aus und rutscht am Freitag unter 70 USD, nachdem er in dieser Woche bisher über 23 % verloren hat. Der Ausverkauf wurde durch die allgemeine Schwäche auf dem Kryptomarkt angeheizt, wobei Bitcoin (BTC) am Freitag ein Tief von 60.000 USD erreichte.
Krypto-Markt verliert 2,65 Milliarden USD, während Bitcoin auf 60.000 USD sinkt, begleitet von bärischer Stimmung
Die Marktbewertung der Kryptowährungen ist um 2,8 Billionen Dollar gesunken, da der Branchenführer Bitcoin am Freitag zunächst auf 60.000 Dollar fiel, bevor er auf 65.000 Dollar zurückschoss. Die Marktstimmung ist äußerst bearish, was durch massive Liquidationen, sinkendes Open Interest und eine Verkaufsseite im Derivatemarkt belegt wird.