- Der Dow Jones hatte am Freitag Schwierigkeiten, den bärischen Momentum abzuwehren.
- Wichtige Aktien im KI-Segment erholten sich und beendeten die Woche, während der Dow zurückblieb.
- Die Märkte warten auf einen Rückstand offizieller Beschäftigungs- und Inflationsdaten, jetzt wo die Schließung beendet ist.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) blieb am Freitag hinter seinen großen Indexkollegen zurück und fiel an seinem Tiefpunkt um fast 600 Punkte, bevor er eine halbherzige Erholung einleitete und die Tagesverluste auf etwa 150 Punkte reduzierte. Der auf KI fokussierte Technologiesektor erholt sich von den Verlusten Mitte der Woche, die weiterhin das stark überinvestierte Marktsegment plagen. Allerdings verzeichnet der jüngste Anstieg der Investitionen in die Finanz- und Baustoffsektoren einen neuen Rückgang, da Händler wieder in ihre bevorzugten KI-Wetten investieren.
Überbewertete Bewertungen bleiben ein Schwachpunkt in der laufenden KI-Technologie-Rallye. Anbieter von Cloud-Computing-Diensten und Chipproduzenten sind weiterhin die Gewinner im KI-Wahn, und die Anleger beginnen, misstrauisch gegenüber dem zunehmend zirkulären KI-Bereich zu werden. Große Marktakteure verbringen die meiste Zeit damit, Schecks für milliardenschwere Geschäfte auszustellen, um in einander zu investieren, und Bilanzexperten werden zunehmend unruhig darüber, wie schnell und nachlässig viele KI-Unternehmen damit umgehen, wie sie die Ausgaben des Investors als "Capex" klassifizieren.
Nachdem die längste Schließung der US-Bundesregierung nun vorbei ist, zumindest bis Ende Januar, warten die Anleger auf Neuigkeiten, wann die Bundesbehörden die Veröffentlichung offizieller Arbeits- und Inflationszahlen wieder aufnehmen werden. Die Märkte erwarten, dass der lange verzögerte Nonfarm Payrolls (NFP) Arbeitsbericht für September nächste Woche veröffentlicht wird, jedoch sind einige Händler über die mehrdeutige Warnung des Weißen Hauses verwirrt, dass die Arbeits- und Inflationsdaten für Oktober möglicherweise nie veröffentlicht werden.
Dow Jones Tages-Chart
KI-Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das darauf abzielt, menschliche Denkprozesse in Maschinen nachzuahmen. Dazu gehören Bereiche wie maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung und Bilderkennung.
Künstliche Intelligenz (KI) findet zunehmend in verschiedensten Bereichen Anwendung. Zu den bekanntesten gehören generative KI-Plattformen wie ChatGPT oder Google Bard, die auf großen Sprachmodellen (LLMs) basieren, um Textanfragen zu beantworten. Midjourney erstellt auf Basis von Nutzereingaben originelle Bilder. Andere KI-Anwendungen, wie Upstart, nutzen fortschrittliche Algorithmen, um die Kreditwürdigkeit von Bewerbern zu bewerten, während Plattformen wie YouTube und Spotify personalisierte Inhalte auf Basis von Nutzerdaten vorschlagen.
Nvidia (NVDA) ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Halbleitertechnologie und produziert sowohl auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Computerchips als auch Plattformen, die von KI-Ingenieuren zur Entwicklung neuer Anwendungen genutzt werden. Viele Experten betrachten Nvidia als zentralen Akteur der KI-Revolution, da es die grundlegenden Werkzeuge für die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz liefert. Palantir Technologies (PLTR), ein Unternehmen für Datenanalyse, ist vor allem für seine Zusammenarbeit mit der US-Geheimdienstgemeinschaft bekannt. Deren „Gotham“-Plattform analysiert umfangreiche Datenmengen und unterstützt so die Ermittlung von Informationen und die Erkennung von Mustern. Das „Foundry“-Produkt von Palantir wird von großen Unternehmen genutzt, um Mitarbeiter- und Kundendaten zu analysieren, prädiktive Auswertungen zu erstellen und Anomalien zu erkennen. Microsoft (MSFT) hat eine bedeutende Beteiligung an OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, der bisher nicht an der Börse notiert ist. OpenAIs Technologie wurde bereits in die Bing-Suchmaschine von Microsoft integriert.
Nach der Veröffentlichung von ChatGPT für die breite Öffentlichkeit Ende 2022 stiegen viele Aktien von Unternehmen, die im Bereich Künstliche Intelligenz tätig sind, stark an. So legte Nvidia beispielsweise in den sechs Monaten nach dem Release um über 200 Prozent zu. An der Wall Street wurden daraufhin Stimmen laut, die sich fragten, ob der Markt vor einer neuen Technologieblase steht. Der renommierte Investor Stanley Druckenmiller, der erhebliche Anteile an Palantir und Nvidia hält, äußerte sich dazu, dass echte Blasen in der Regel nicht nur sechs Monate andauern. Sollte sich die KI-Euphorie tatsächlich zu einer Blase entwickeln, könnten extreme Bewertungen mindestens zweieinhalb Jahre Bestand haben – ähnlich wie bei der Dotcom-Blase in den späten 1990er Jahren. Zur Mitte des Jahres 2023 schien der Markt jedoch noch nicht in einer Blase zu stecken. Zwar wurde Nvidia zu diesem Zeitpunkt mit dem 27-fachen des zukünftigen Umsatzes gehandelt, doch Analysten rechneten mit einem deutlichen Umsatzwachstum in den kommenden Jahren. Zum Vergleich: Während der Dotcom-Blase war der NASDAQ 100 mit dem 60-fachen der Gewinne bewertet, während er Mitte 2023 lediglich beim 25-fachen lag.
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