Crash-Gefahr oder Jahrhundertchance? Gold, Silber und die 6.300-Dollar-Wette


Gold verliert an einem einzigen Tag über fünf Prozent, Anleger sind nervös, Schlagzeilen sprechen von Trendbruch. Doch ausgerechnet jetzt legt JPMorgan nach – und zwar mit einer Prognose, die es in sich hat: 6.300 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende. Die Botschaft ist klar: Der Rücksetzer ist für die Großbank kein Warnsignal, sondern Teil eines größeren Spiels.

Gold fällt deutlich – nur Tage nach dem Rekordhoch

Am Montag rutschte der Goldpreis weiter ab und lag zuletzt bei 4.469 US-Dollar je Unze. Zuvor war der Preis im Tagesverlauf bereits um mehr als fünf Prozent eingebrochen und erreichte damit den tiefsten Stand seit über zwei Wochen. Das wirkt dramatisch – vor allem mit Blick auf das, was kurz zuvor passiert ist. Erst am Donnerstag hatte Gold bei 5.594,82 US-Dollar ein neues Allzeithoch markiert.

Für viele Anleger stellt sich jetzt die entscheidende Frage: War das der Anfang vom Ende der Gold-Rally – oder nur ein schmerzhafter, aber gesunder Rücksetzer?

JPMorgan bleibt kompromisslos bullish

JPMorgan lässt laut Reuters an seiner Haltung keinen Zweifel. Die Bank spricht von einer klaren, strukturellen Umschichtung weg von Papierwerten hin zu Realwerten. Dieser Trend sei laut Einschätzung der Analysten keineswegs abgeschlossen. Im Gegenteil: Er habe noch „weiteren Spielraum“, während reale Vermögenswerte weiterhin besser abschneiden könnten als klassische Finanzanlagen.

Übersetzt heißt das: Gold wird nicht wegen kurzfristiger Spekulation gekauft, sondern weil große Akteure ihr Vermögen langfristig absichern wollen. Genau deshalb hält JPMorgan an einer klar positiven Einschätzung für die mittlere Frist fest – trotz aller Kursschwankungen.

Zentralbanken als heimliche Macht hinter dem Goldpreis

Der wichtigste Treiber in der JPMorgan-Analyse sind die Zentralbanken. Die Bank rechnet für 2026 mit Goldkäufen von rund 800 Tonnen. Begründet wird das mit einem anhaltenden und noch nicht ausgeschöpften Trend zur Diversifikation der Währungsreserven.

Das ist entscheidend für das große Bild: Wenn Zentralbanken regelmäßig als Käufer auftreten, entsteht eine stabile Nachfrage, die Preisschwächen abfedern kann. Für JPMorgan ist genau das die Grundlage für die Prognose von 6.300 US-Dollar je Unze – trotz kurzfristiger Rückschläge wie dem aktuellen.

Silber verliert an Glanz – Rally wird schwer erklärbar

Ganz anders klingt der Ton bei Silber. Zwar notiert Silber seit Ende Dezember bei rund 80 US-Dollar je Unze, doch laut JPMorgan werden die Gründe für die anhaltende Rally zunehmend schwerer zu greifen. Die Treiber seien weniger klar und schwieriger zu quantifizieren – ein Warnsignal für vorsichtige Anleger.

Am Montag fiel der Spotpreis für Silber um mehr als sechs Prozent auf 76 US-Dollar je Unze. Auch hier zeigt sich extreme Volatilität: Am Donnerstag hatte Silber mit 121,64 US-Dollar noch ein Rekordhoch erreicht, bevor es am Freitag auf ein nahezu einmonatiges Tief zurückfiel.

Das große Risiko bei Silber: Keine Zentralbanken als Käufer

Ein zentraler Unterschied zu Gold ist für JPMorgan entscheidend: Silber hat keine Zentralbanken, die Rücksetzer systematisch zum Einstieg nutzen. Genau deshalb sieht die Bank das Risiko, dass sich das Gold-Silber-Verhältnis in den kommenden Wochen wieder zugunsten von Gold verschiebt.

Trotzdem bleibt JPMorgan vorsichtig optimistisch. Die Analysten gehen davon aus, dass sich bei Silber ein höherer Boden gebildet hat. Statt deutlich tieferer Kurse sehen sie aktuell ein durchschnittliches Niveau von etwa 75 bis 80 US-Dollar je Unze. Selbst nach der Übertreibung in der Aufholbewegung zu Gold sei es aus ihrer Sicht unwahrscheinlich, dass Silber seine gesamten Gewinne wieder abgibt.

Fazit: Panik oder Vorbereitung auf den nächsten Schub?

Der Goldmarkt liefert derzeit genau das, was viele Anleger nicht mögen: extreme Schwankungen. Doch für JPMorgan ist der jüngste Absturz kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Die Bank setzt auf einen weiterhin starken strukturellen Rückenwind durch Zentralbanken und Investoren – und sieht Gold deshalb bei 6.300 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende.

Silber bleibt der wackligere Kandidat. Zwar spricht einiges für ein höheres Preisniveau als früher, doch ohne die stabilisierende Nachfrage von Zentralbanken bleibt das Metall anfälliger für Rückschläge.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet jetzt nicht, ob Gold gefallen ist. Sondern: Was passiert, wenn die großen Käufer weiter zuschlagen – während Privatanleger nervös verkaufen? Genau hier könnte sich entscheiden, ob der aktuelle Rücksetzer rückblickend als Warnsignal gilt – oder als Einstiegschance, die viele verpasst haben.

Teilen: Feed-News

Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.

NEUESTE NACHRICHTEN


NEUESTE NACHRICHTEN

Autor wählen

XRP-Schockzahlen: 57 Mio. Dollar liquidiert – Ripple verliert Kontrolle

XRP-Schockzahlen: 57 Mio. Dollar liquidiert – Ripple verliert Kontrolle

Ripple (XRP) steht massiv unter Druck. Am Montag verliert der Token mehr als 2,5 % und rutscht auf 1,75 US-Dollar ab. Was auf den ersten Blick wie eine normale Korrektur aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als echtes Warnsignal.

Crash-Gefahr oder Jahrhundertchance? Gold, Silber und die 6.300-Dollar-Wette

Crash-Gefahr oder Jahrhundertchance? Gold, Silber und die 6.300-Dollar-Wette

Gold verliert an einem einzigen Tag über fünf Prozent, Anleger sind nervös, Schlagzeilen sprechen von Trendbruch. Doch ausgerechnet jetzt legt JPMorgan nach – und zwar mit einer Prognose, die es in sich hat: 6.300 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende.

Gold explodiert – Bitcoin fällt zurück: Jetzt zeigt sich die brutale Wahrheit

Gold explodiert – Bitcoin fällt zurück: Jetzt zeigt sich die brutale Wahrheit

Gold und Bitcoin – jahrelang als gleichwertige Alternativen gefeiert – entwickeln sich plötzlich komplett unterschiedlich. Während Gold ein neues Rekordhoch nach dem anderen markiert, verliert Bitcoin spürbar an Momentum. Zufall? Ganz sicher nicht.

Dashs Abwärtsmomentum wächst, da die 50-Dollar-Marke in Sicht kommt

Dashs Abwärtsmomentum wächst, da die 50-Dollar-Marke in Sicht kommt

Dash sieht sich intensiven Gegenwinden gegenüber und verzeichnete zum Zeitpunkt der Presseberichterstattung am Donnerstag einen Rückgang von 3%, wodurch ein breiterer zweiwöchiger Rückgang ausgeweitet wird, der den wichtigen 50-Tage-Exponential Moving Average bei 55,93 USD ins Rampenlicht rückt.

Das sollten Sie am Freitag, den 30. Januar, im Blick behalten:

Das sollten Sie am Freitag, den 30. Januar, im Blick behalten:

Die neuesten politischen und geopolitischen Schlagzeilen rund um US-Präsident Donald Trump dominierten die Märkte am frühen Freitag, während alle Augen auf der Bekanntgabe seiner Federal Reserve Vorsitzendenwahl lagen.

MAJORS

Wirtschaftsindikatoren

ANALYSEN