Institutionelle Anleger ziehen sich nach Einschätzung von Geoff Yu von BNY weiterhin in großem Stil aus südkoreanischen Aktien zurück und haben damit den KOSPI zeitweise in den Bärenmarkt gedrückt. Privatanleger stützten den Markt zwar noch, doch es gebe zunehmend Zweifel, wie lange diese Unterstützung anhalten könne. Zudem verweist Yu auf Sorgen über die starke Konzentration auf KI- und Halbleiterwerte, stellt die Nachhaltigkeit der Käufe privater Investoren infrage und hebt den Unterschied zu Taiwan hervor, wo die Verkäufe moderater ausfielen. Gleichzeitig bleibe das Interesse an chinesischen Aktien bestehen.
Institutionelle Verkäufe setzen KOSPI unter Druck
„Die iFlow-Daten deuten darauf hin, dass institutionelle Anleger südkoreanische Aktien weiterhin in großem Umfang verkaufen. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass der KOSPI über Nacht kurzzeitig in den Bärenmarkt geriet. Privatanleger stehen weiterhin auf der Käuferseite, doch der Markt stellt zunehmend infrage, wie nachhaltig diese Unterstützung ist. Auch taiwanische Aktien haben von der KI- und Halbleiterstory profitiert, allerdings fielen die Verkäufe dort hinsichtlich Umfang und Tempo deutlich moderater aus. Das entspricht der vergleichsweise robusten Entwicklung des Index.“
„In Asien hat der von Technologiewerten ausgelöste Ausverkauf in Südkorea die Sorgen über die starke Konzentration auf KI- und Halbleiterwerte verschärft. Der KOSPI bewegte sich zeitweise an der Schwelle zum Bärenmarkt, nachdem die Aktien von Samsung Electronics und SK Hynix kräftig nachgegeben hatten – obwohl Samsung auf eine deutliche Erholung des Quartalsgewinns hingewiesen hatte. Das spricht eher für Positionierungseffekte, die hohe Indexkonzentration und überzogene Erwartungen an KI-Werte als für eine Schwäche der aktuellen Fundamentaldaten.“
„Obergrenzen für Beteiligungen an einzelnen Aktien bleiben für aktive Fondsmanager ein wichtiger technischer Faktor. Sollten die Bewertungen jedoch weiter nachgeben und die Verkäufe institutioneller Anleger über das hinaus anhalten, was sich mit diesen Beschränkungen erklären lässt, könnte dies auf einen breiteren Stimmungswandel und nicht nur auf Positionsanpassungen hindeuten. Unsere Daten zeigen unterdessen, dass das Interesse an chinesischen Aktien robust bleibt, obwohl Indizes wie der HSCEI bereits vor einigen Wochen in den Bärenmarkt eingetreten sind.“
„Es ist noch zu früh, von einer Umschichtung weg von den Wachstumsmärkten Taiwan und Südkorea hin zu Value-Segmenten in anderen Teilen Asiens zu sprechen. Innerhalb regionaler Anlagemandate scheinen jedoch einige Fonds nach neuen Investitionszielen zu suchen. Das könnte in diesem Quartal zu einer stärkeren Spreizung der Renditen führen.“
„Aktien: Die höchsten Mittelzuflüsse verzeichneten Dänemark, Ungarn und Indien, während US-, britische, südkoreanische und thailändische Aktien weiterhin unter Verkaufsdruck standen.“
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