• GBP/USD fällt im frühen europäischen Handel am Mittwoch auf rund 1,3195.
  • Keir Starmer kündigte am Montag seinen Rücktritt als Premierminister an, was das politische Risiko erhöhte und das britische Pfund belastete.
  • Die Märkte passten ihre Erwartungen an eine hawkischere Haltung der Fed an.

Das Währungspaar GBP/USD verliert im frühen europäischen Handel am Mittwoch an Zugkraft und fällt auf rund 1,3195. Das britische Pfund (GBP) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) angesichts der politischen Instabilität nach Keir Starmers Rücktritt als Premierminister ab. Händler bereiten sich auf die Veröffentlichung des US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) im Mai vor, der später am Donnerstag erwartet wird.

Das Vereinigte Königreich wurde erneut in eine politische Krise gestürzt, als Keir Starmer am Montag unter starkem Druck nach dem Sieg von Andy Burnham bei der Nachwahl in Makerfield in der vergangenen Woche zurücktrat. Seine Labour-Partei muss nun einen neuen Vorsitzenden wählen, der das Land führen soll.

„Die Märkte werden sich auf Burnhams Ansichten zur Fiskalpolitik konzentrieren und darauf, ob es eine Lockerung der aktuellen fiskalischen Regeln geben wird“, sagten Strategen der Commonwealth Bank of Australia, darunter Kristina Clifton. „Eine Lockerung der fiskalischen Regeln würde vom britischen Anleihemarkt wahrscheinlich schlecht aufgenommen werden“ und das Pfund belasten, so ihre Einschätzung.

Darüber hinaus trug ein schwächer als erwartet ausgefallener Einkaufsmanager-Index (PMI) des Vereinigten Königreichs zum Abwärtstrend des Cable bei. Die Aktivität im privaten Sektor des Vereinigten Königreichs schrumpfte im Juni zum zweiten Mal in Folge. Der vorläufige Composite PMI fiel von 49,7 im Mai auf 49,4. Dieser Wert markierte ein 14-Monats-Tief und lag unter der 50er-Marke, was darauf hinweist, dass die Aktivität unter den Güterproduzenten generell rückläufig ist. Gleichzeitig sank der Manufacturing PMI im Juni auf ein Dreimonatstief von 53,1 nach 53,9 im Vormonat.

Händler überdenken den Zeitpunkt möglicher US-Zinserhöhungen nach hawkischen Signalen der US-Notenbank (Fed). Laut dem CME FedWatch Tool rechnen Händler nun mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 86,1 % für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember, nach zuvor 61 % vor der FOMC-Sitzung in der vergangenen Woche.

„Die Stärke des Dollars liegt letztlich an der Hawkishness, wenn man sich die Fed-Erwartungen anhand der Fed Funds Futures anschaut, sind das einige der höchsten Wahrscheinlichkeiten, die wir seit Langem gesehen haben“, sagte Eugene Epstein, Leiter Handel und strukturierte Produkte bei Moneycorp in Stamford, Connecticut.

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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