- GBP/USD steigt am Dienstag im frühen asiatischen Handel auf nahe 1,3550.
- Händler erwarten nur eine Wahrscheinlichkeit von 35% für eine Zinserhöhung auf der September-Sitzung der Fed.
- Die britischen Arbeitsmarktdaten stehen später am Dienstag im Mittelpunkt.
Das Währungspaar GBP/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Dienstag an Momentum und steigt auf rund 1,3550. Der US-Dollar (USD) gibt gegenüber dem Britischen Pfund (GBP) nach, da kühlere US-Inflationsdaten Händler dazu veranlasst haben, ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zurückzufahren. Der britische Arbeitsmarktbericht wird später am Dienstag im Fokus stehen.
Die schwachen US-Einzelhandelsumsätze sowie die letzte Woche schwächer als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten zum Verbraucherpreisindex (VPI) und Erzeugerpreisindex (EPI) haben die Erwartungen gedämpft, dass die US-Notenbank auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 15. bis 16. September die Zinsen anheben wird. Händler preisen nun laut dem CME FedWatch-Tool nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 35% für eine Zinserhöhung im September ein, neben einer Wahrscheinlichkeit von 69% für eine Zinserhöhung bis Dezember.
Der Chefökonom der Bank of England (BoE), Huw Pill, sagte letzte Woche, dass stärker als erwartet ausgefallene Daten zum britischen Wirtschaftswachstum die Argumente für höhere Kreditkosten untermauerten, um die Inflation wieder auf das Ziel zu bringen.
Laut von LSEG zusammengestellten Daten haben die Finanzmärkte in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung durch die Bank of England (BoE) eingepreist.
Händler werden die britischen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten im weiteren Wochenverlauf genau beobachten, da diese Hinweise auf den Zinspfad der BoE liefern könnten. Die britische Arbeitslosenquote dürfte im Juni auf 4,8% von 4,9% im Mai sinken. Besser als erwartete Ergebnisse könnten das GBP gegenüber dem USD kurzfristig stützen.
Britische Datenflut hält Pfund-Händler in Alarmbereitschaft
Strategen bei Scotiabank heben einen vorsichtigen Ton am Markt hervor und merken an, dass „die Märkte angesichts der Datenflut aus Großbritannien in dieser Woche – Löhne, Arbeitsmarkt, VPI, Einzelhandelsumsätze usw. – vielleicht etwas vorsichtig sind“. Sie sind der Ansicht, dass die anstehenden Veröffentlichungen Anleger dazu veranlassen, beim Pfund vorsichtig zu agieren, auch wenn es gegenüber dem USD in der Nähe der jüngsten Höchststände gehandelt wird.
Technische Analyse: Der positive Ausblick für GBP/USD bleibt oberhalb des 100-Tage-SMA bestehen
Im Tages-Chart behält GBP/USD eine bullische kurzfristige Tendenz bei, da der Kassakurs sowohl oberhalb des 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) als auch des mittleren Bollinger-Bands bleibt. Das Paar bewegt sich in Richtung des oberen Bollinger-Bands, das die Aufwärtsseite vorerst begrenzt, während der Relative Strength Index (14) um 64 im positiven Bereich bleibt, aber noch nicht überkauft ist, was darauf hindeutet, dass das bullische Momentum konstruktiv, aber nicht überdehnt ist.
Auf der Abwärtsseite liegt die erste Nachfrage beim mittleren Bollinger-Band bei 1,3440, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 1,3420 als tieferer, aber weiterhin stützender Bereich, während das untere Bollinger-Band nahe 1,3275 eine weiter entfernte strukturelle Untergrenze markiert. Auf der Oberseite würde ein klarer Ausbruch über das obere Bollinger-Band bei 1,3605 den Weg für weitere Gewinne öffnen, während ein Scheitern an dieser Hürde eine Konsolidierung oder einen korrigierenden Pullback in Richtung der gebündelten Unterstützungszone im Bereich der mittleren 1,34er-Marke auslösen könnte.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.
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