BP setzt den Umbau seines Portfolios fort und hat den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Schmierstofftochter Castrol vereinbart. 65 Prozent des Geschäfts gehen an den Infrastrukturinvestor Stonepeak, wobei der Unternehmenswert mit rund 10 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Der Energiekonzern will die Erlöse vollständig zur Reduzierung seiner Nettoverschuldung einsetzen.
Aus der Transaktion erwartet BP einen Mittelzufluss von etwa 6 Milliarden US-Dollar. Ein Teil davon entfällt auf eine Vorabzahlung künftiger Dividendenerträge aus dem verbleibenden Minderheitsanteil. Der Abschluss des Deals wird – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen – bis Ende 2026 angestrebt.
Am Markt wird der Schritt unterschiedlich bewertet. Während der Verkauf die laufende Entschuldungsstrategie unterstützt, verweisen Analysten darauf, dass der Abgang eines stabilen und cashflow-starken Geschäfts die Ertragsbasis von BP langfristig schwächen könnte. In diesem Zusammenhang wurden Gewinnschätzungen reduziert und eine höhere Ölpreis-Gewinnschwelle für den Konzern angenommen.
BP hatte zu Jahresbeginn ein Veräußerungsprogramm mit einem Zielvolumen von 20 Milliarden US-Dollar angekündigt. Mit dem Castrol-Deal steigt der Wert der angekündigten oder bereits abgeschlossenen Verkäufe auf rund 11 Milliarden US-Dollar. Die bereinigte Verschuldungskennzahl dürfte trotz der Erlöse zunächst auf erhöhtem Niveau bleiben.
Nach Vollzug soll Castrol als Gemeinschaftsunternehmen von BP und Stonepeak weitergeführt werden. BP hält künftig 35 Prozent, rechnet jedoch aufgrund der Vertragsstruktur zunächst nicht mit Ausschüttungen oder Ergebnisbeiträgen aus der Beteiligung.
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