• Die RBA bleibt offen für Zinserhöhungen, falls sich Aufwärtsrisiken für die Inflation durch Öl und Rechenzentren materialisieren.
  • Die geplante Ausweitung des Anleiherückkaufprogramms von US-Finanzminister Bessent um 1 Billion USD und die sekundären Iran-Sanktionen belasten den USD weiterhin.
  • Händler erwarten in dieser Woche wichtige US-Ereignisse, darunter die PCE-Inflationsdaten und die Jackson-Hole-Rede von Fed-Chef Warsh.

AUD/USD legt nach leichten Verlusten am Vortag zu und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag um 0,7150. Die Reserve Bank of Australia (RBA) veröffentlichte am Dienstag das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung im Juli und signalisierte damit, dass der Vorstand bereit bleibt, die Zinssätze anzuheben, sollten sich Aufwärtsrisiken für die Inflation materialisieren.

Während mehrere Mitglieder Bedenken äußerten, dass zunehmende Risiken, angetrieben von Faktoren wie steigenden Ölpreisen, breiten Durchschlägen von Kostendruck und dem Boom beim Ausbau von Rechenzentren, Fuß fassen könnten, verwiesen andere auf ausgleichende Abwärtsrisiken. Dieses Gleichgewicht der Sichtweisen veranlasste den RBA-Vorstand zu der Schlussfolgerung, dass er Zeit habe, eingehende Daten zu bewerten, bevor weitere geldpolitische Schritte unternommen werden, wobei betont wurde, dass klare Belege für nachhaltige Fortschritte erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Inflation in ihren Zielkorridor zurückkehrt.

Unterdessen steht der US-Dollar (USD) gegenüber den wichtigsten Währungen, darunter dem australischen Dollar (AUD), weiterhin unter Abwärtsdruck, nachdem das US-Finanzministerium beschlossen hat, seine Rückkaufoperationen für länger laufende Anleihen zu verdoppeln. Berichten zufolge könnte Finanzminister Scott Bessent bis zu 1 Billion USD aus dem Treasury General Account abrufen, um diese Rückkäufe zu finanzieren.

Gleichzeitig eskalieren die geopolitischen Spannungen, da die USA ihre sekundären Sanktionen gegen Unternehmen ausweiten, die mit dem Iran handeln. Finanzminister Bessent warnte, dass diese Woche ein großes Finanzinstitut mit Durchsetzungsmaßnahmen rechnen könnte, und merkte an, dass chinesische Unternehmen davon nicht ausgenommen seien.

Händler richten ihre Aufmerksamkeit nun auf eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten in den Vereinigten Staaten in dieser Woche. Zu den zentralen Veröffentlichungen zählen die Verbrauchervertrauensdaten vom Dienstag und der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) vom Mittwoch, ein wichtiger Inflationsindikator. Der Fokus des Marktes wird sich am Freitag zuspitzen, wenn Fed-Chef Kevin Warsh auf dem jährlichen Jackson-Hole-Symposium eine Rede hält, die voraussichtlich weitere Klarheit über den kurzfristigen Verlauf des US-Dollars bringen wird.

Die Märkte blicken auf Jackson Hole, während der Fokus auf Bessent und Volatilitätsrisiken bleibt

Strategen bei BNY beobachten, dass sich die Aufmerksamkeit kurzfristig "auf Bessent und Jackson Hole richtet", wobei sich Anleger faktisch in einer Warteschleife befinden und "die Märkte hoffen, dass die Volatilität bis dahin begrenzt bleibt." Sie weisen darauf hin, dass dieser Fokus unterstreicht, wie sensibel die Stimmung weiterhin auf geldpolitische Signale und Schlagzeilenrisiken rund um das bevorstehende Treffen reagiert.

Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

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