Silberpreis vor der Explosion? Über 71,50 Dollar könnte es schnell gehen


Der Silberpreis steht vor einer Entscheidung, die für die nächsten Wochen richtungsweisend werden könnte. Nach der kräftigen Erholung ist Silber bis unmittelbar an einen massiven technischen Widerstand herangelaufen. Zuletzt notierten die Silber-Futures bei 68,79 US-Dollar – und damit nur wenige Dollar unter der entscheidenden Marke von 71,46 US-Dollar.

Genau dort wird es jetzt spannend. Denn während kurzfristig vieles für weiter steigende Kurse spricht, warten oberhalb des aktuellen Silberpreises gleich mehrere technische Hürden. Schaffen es die Käufer, diesen Bereich nachhaltig zu überwinden, könnte sich die Rally bis über 80 US-Dollar fortsetzen. Scheitert der Ausbruch, droht dagegen eine schnelle Gegenbewegung zurück in Richtung der niedrigen 60er-Marke.

Für die Silberpreis Prognose läuft damit vieles auf eine Frage hinaus: Haben die Bullen noch genug Kraft für den nächsten Schub – oder war die jüngste Rally bereits zu viel des Guten?

Silberpreis Prognose
Silberpreis Prognose

Beim Silberpreis haben die Käufer noch einen Vorteil

Zunächst spricht das Momentum weiterhin für steigende Kurse. Der MACD liegt aktuell bei 2,12 und damit deutlich über seiner Signallinie von 1,41. Das ist ein klassisches bullisches Signal und zeigt, dass die Aufwärtsbewegung zuletzt noch einmal an Dynamik gewonnen hat.

Auch der kurzfristige Trend ist intakt. Mit 68,79 US-Dollar handelt Silber klar oberhalb seines 20-Tage-Durchschnitts von 63,95 US-Dollar. Solange diese Marke verteidigt wird, haben die Käufer technisch weiterhin die besseren Karten.

Eine weitere wichtige Unterstützung liefert der SuperTrend bei 62,44 US-Dollar. Auch dieser Indikator zeigt derzeit noch grünes Licht. Zusammengenommen ergibt sich damit zunächst ein durchaus freundliches Bild: Momentum, kurzfristiger Trend und Trendfolge-Indikator zeigen nach oben.

Das Problem liegt allerdings direkt vor dem Silberpreis.

Bei 71,46 US-Dollar verläuft der 200-Tage-Durchschnitt. Für viele Anleger und Trader ist diese Linie eine der wichtigsten langfristigen Trendmarken überhaupt. Notiert ein Markt darunter, behalten die Verkäufer zumindest aus langfristiger Perspektive ein Argument auf ihrer Seite. Erst ein sauberer Ausbruch darüber würde das technische Bild deutlich verändern.

Und ausgerechnet an dieser Stelle wartet noch eine zweite Hürde.

Das 23,6-%-Fibonacci-Retracement liegt bei 70,76 US-Dollar. Damit treffen zwischen rund 70,75 und 71,50 US-Dollar zwei viel beachtete Widerstände nahezu direkt aufeinander.

Für den Silberpreis ist das eine echte Bewährungsprobe.

Diese 71,50-Dollar-Marke könnte alles verändern

Die entscheidende Zone liegt damit rund um 71,50 US-Dollar. Ein kurzer Sprung darüber allein dürfte allerdings noch nicht ausreichen.

Gerade an solchen Marken kommt es häufig zu Fehlausbrüchen. Der Kurs läuft über den Widerstand, zieht kurzfristig neue Käufer an und fällt anschließend wieder darunter. Wer dem ersten Ausschlag hinterherläuft, steckt dann schnell in einer klassischen Bullenfalle.

Interessant ist deshalb vor allem ein bestätigter Tagesschluss oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts.

Gelingt dieser Ausbruch, wäre das mehr als nur ein kleines technisches Signal. Silber hätte dann sowohl die langfristige Durchschnittslinie als auch den Fibonacci-Widerstand aus dem Weg geräumt. Genau das könnte neue Käufer auf den Plan rufen und die nächste Aufwärtswelle auslösen.

Ein mögliches Kursziel läge in diesem Szenario bei rund 80,50 US-Dollar.

Das wäre vom aktuellen Niveau aus noch einmal ein deutlicher Sprung.

Doch Anleger sollten nicht übersehen, dass die Rally bereits weit gelaufen ist. Der Relative-Stärke-Index steht bei 67,08 Punkten und nähert sich damit der klassischen Überkauft-Zone ab 70.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Silber jetzt fallen muss. Ein RSI nahe 70 zeigt aber, dass bereits viel Kaufdruck im Markt steckt. Je weiter sich der Indikator nach oben bewegt, desto größer wird die Gefahr kurzfristiger Gewinnmitnahmen.

Die Ausgangslage ist damit ungewöhnlich spannend: Der Trend spricht für die Käufer, gleichzeitig trifft Silber ausgerechnet jetzt auf den bislang härtesten Widerstand.

Ein Warnsignal taucht bereits im Chart auf

Auch das Kursmuster selbst verdient Aufmerksamkeit.

Die V-förmige Erholung des Silberpreises ist inzwischen zu rund 80 % abgeschlossen. Nach dem vorherigen Rückgang wurde damit ein Großteil der Verluste wieder aufgeholt. Genau in dieser späten Phase beginnt die Bewegung nun aber zu stocken.

Die jüngste Kerze bildet einen Doji.

Dabei liegen Eröffnungs- und Schlusskurs eng beieinander. Während des Handelstages kämpfen Käufer und Verkäufer um die Richtung, am Ende setzt sich jedoch keine Seite klar durch.

Mitten in einem Seitwärtsmarkt wäre das kaum bemerkenswert. Direkt vor einem entscheidenden Widerstand sieht die Sache anders aus.

Der Doji zeigt, dass die Käufer zwar bis an die entscheidende Zone vorgedrungen sind, dort bislang aber keinen klaren Durchbruch erzwingen können. Gleichzeitig schaffen es die Verkäufer noch nicht, Silber deutlich nach unten zu drücken.

Genau deshalb könnte die nächste größere Bewegung besonders heftig ausfallen.

Der Markt baut Spannung auf.

So sieht das bullische Szenario für Silber aus

Für offensiv agierende Anleger wäre ein Einstieg erst oberhalb des Widerstands interessant. Ein mögliches technisches Signal läge bei rund 71,60 US-Dollar – allerdings erst nach einem bestätigten Schlusskurs oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts.

Das erste größere Ziel wäre anschließend der Bereich um 80,50 US-Dollar. Ein möglicher Stopp läge bei 60,80 US-Dollar.

Aus diesen Marken ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 4,32. Die Konfidenz dieses Szenarios wird derzeit als mittel eingeschätzt.

Wer nicht direkt einem Ausbruch hinterherlaufen möchte, könnte dagegen auf einen Rücksetzer warten.

Der Bereich um 64,50 US-Dollar wäre dafür interessant. Dort würde Silber wieder in die Nähe seines 20-Tage-Durchschnitts zurücklaufen. Solange der übergeordnete kurzfristige Aufwärtstrend dabei intakt bleibt, könnte ein solcher Rücksetzer einen günstigeren Einstieg bieten.

Auch in diesem Szenario läge das mögliche Ziel bei 80,50 US-Dollar, während die Absicherung bei rund 60,80 US-Dollar angesetzt werden könnte.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Anleger müssten den Silberpreis nicht unmittelbar unterhalb eines massiven Widerstands kaufen, sondern könnten auf einen Rücksetzer in eine technisch attraktivere Zone warten.

Doch genau hier lauert auch die Gefahr für die Silber-Rally

Natürlich gibt es eine zweite Seite.

Scheitert Silber am Widerstand zwischen 70,75 und 71,50 US-Dollar, könnten die Verkäufer schnell wieder die Kontrolle übernehmen.

Für ein aggressives bärisches Szenario wäre eine deutliche Zurückweisung des Kurses im Bereich um 69,40 US-Dollar interessant. Das erste Kursziel läge dann bei rund 64 US-Dollar, während ein Stopp oberhalb des Widerstands bei etwa 74,20 US-Dollar angesetzt werden könnte.

Das Chance-Risiko-Verhältnis dieses Szenarios liegt bei ungefähr 1,75. Auch hier wird die Konfidenz derzeit als mittel eingeschätzt.

Geduldigere Anleger könnten wiederum einen erneuten Test der Widerstandszone abwarten. Ein Bereich um 70,50 US-Dollar käme dafür infrage – vorausgesetzt, Silber scheitert dort erneut sichtbar.

Auch dann wäre zunächst ein Rückgang in Richtung 64 US-Dollar denkbar.

Doch dabei muss es nicht bleiben.

Sollte das Momentum deutlich nachlassen, wäre sogar ein erneuter Test des Bereichs um 56 US-Dollar möglich. Das wäre zwar das deutlich negativere Szenario, zeigt aber, warum Anleger die aktuelle Widerstandszone nicht unterschätzen sollten.

Zwischen 65 und 69 US-Dollar wird Silber unattraktiv

Ausgerechnet der Bereich, in dem sich der Silberpreis derzeit bewegt, bietet technisch keinen besonders attraktiven Einstieg.

Zwischen etwa 65 und 69 US-Dollar sitzt Silber gewissermaßen zwischen den Stühlen. Nach unten befinden sich Unterstützungen, während wenige Dollar darüber bereits der massive Widerstand wartet.

Für neue Positionen entsteht dadurch ein ungünstiges Verhältnis zwischen möglichem Gewinn und möglichem Verlust.

Wer jetzt kauft, setzt darauf, dass der Ausbruch gelingt, ohne bereits die Bestätigung dafür zu haben. Wer jetzt auf fallende Kurse setzt, stellt sich dagegen gegen einen weiterhin intakten kurzfristigen Aufwärtstrend.

Genau deshalb kann Nichtstun an der Börse manchmal die interessanteste Entscheidung sein.

Ein klarer Ausbruch über 71,50 US-Dollar würde die Situation neu bewerten. Eine sichtbare Zurückweisung an dieser Marke ebenfalls.

Dazwischen fehlt momentan schlicht das überzeugende Signal.

Auch das Volumen macht misstrauisch

Ein weiterer Punkt sollte bei der Silberpreis Prognose nicht untergehen: Das Handelsvolumen nimmt auf den höheren Kursniveaus ab.

Das ist noch kein Verkaufssignal. Steigende Kurse bei nachlassendem Volumen können aber darauf hindeuten, dass immer weniger Käufer bereit sind, der Bewegung hinterherzulaufen.

Für einen wirklich überzeugenden Ausbruch über 71,50 US-Dollar wäre deshalb steigendes Volumen hilfreich.

Genau darauf sollten Anleger achten.

Springt Silber über den Widerstand und wird diese Bewegung gleichzeitig von deutlich höherem Handelsvolumen begleitet, wäre das Signal wesentlich stärker. Steigt der Kurs dagegen nur kurz über die Marke und das Volumen bleibt schwach, erhöht sich die Gefahr eines Fehlausbruchs.

Auch die aktuelle Schwankungsbreite darf nicht unterschätzt werden. Die Average True Range liegt bei 2,45 US-Dollar. Silber bewegt sich damit innerhalb einzelner Handelstage weiterhin erheblich.

Zu eng gesetzte Stopps können in einem solchen Umfeld schnell ausgelöst werden, obwohl sich an der grundsätzlichen technischen Lage noch gar nichts geändert hat.

Deshalb müssen Stopps hinter tatsächlich relevanten technischen Marken liegen.

Eine der wichtigsten davon befindet sich aktuell bei 62,44 US-Dollar.

Fällt Silber nachhaltig unter den dort verlaufenden SuperTrend, wäre das bisherige bullische Momentum gebrochen. Spätestens dann würde sich die kurzfristige Silberpreis Prognose deutlich eintrüben.

Silberpreis Prognose: 80 Dollar oder zurück auf 62 Dollar?

Der Silberpreis steht unmittelbar vor einer Richtungsentscheidung.

Die Käufer haben weiterhin Argumente auf ihrer Seite. Der MACD steigt, Silber handelt oberhalb des 20-Tage-Durchschnitts und auch der SuperTrend signalisiert noch einen intakten Aufwärtstrend.

Doch jetzt kommt die schwierigste Prüfung.

Zwischen 70,76 und 71,46 US-Dollar treffen Fibonacci-Widerstand und 200-Tage-Durchschnitt aufeinander. Gleichzeitig nähert sich der RSI mit 67,08 Punkten der überkauften Zone und das Handelsvolumen nimmt auf den höheren Kursniveaus ab.

Das macht die Marke um 71,50 US-Dollar zum Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Silberpreis Prognose.

Schafft Silber einen überzeugenden Tagesschluss darüber, könnte der Markt plötzlich wieder deutlich mehr Luft nach oben haben. Das technische Ziel von 80,50 US-Dollar würde dann in den Fokus rücken.

Scheitert der Ausbruch dagegen, dürfte zunächst der Bereich um 64 US-Dollar interessant werden. Darunter wartet mit 62,44 US-Dollar die nächste entscheidende Unterstützung. Verliert auch diese Marke ihre Wirkung, könnte sich die Korrektur sogar bis in Richtung 56 US-Dollar ausweiten.

Für Anleger ergibt sich daraus eine ziemlich klare Konsequenz: Der Silberpreis befindet sich gerade nicht an einem Punkt, an dem man unbedingt die nächste Bewegung erraten muss. Viel interessanter ist, wie sich der Markt an 71,50 US-Dollar verhält.

Denn genau dort dürfte entschieden werden, ob die Silber-Rally gerade erst in die nächste Phase übergeht – oder ob die Käufer vorerst ihr Pulver verschossen haben.

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