- Asiatische Aktienmärkte handeln uneinheitlich, während sich der Fokus auf die US-NFP-Daten verlagert.
- Schwache US ADP-Beschäftigungsänderung hat einen ungünstigen Hintergrund für die US-NFP-Daten geschaffen.
- US-Präsident Trump erwartet nicht, dass der erneute Konflikt mit dem Iran allzu lange andauern wird.
Die Aktienmärkte in der asiatischen Region zeigen eine gemischte Entwicklung, da sich Anleger auf die am Freitag veröffentlichten Nonfarm Payrolls (NFP) für August aus den Vereinigten Staaten (US) konzentrieren.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der Nikkei225 leicht im Minus bei nahe 64.250, der Shanghai notiert 0,2% höher bei nahe 3.450, der KOSPI springt um 0,3% auf nahe 6.585, während der Hang Seng um 0,3% auf nahe 25.230 nachgibt.
Fed-Fokus bleibt auf Inflation, während TD einen moderaten NFP-Anstieg sieht
Laut TD Securities dürften die August-Beschäftigungszahlen eine moderate Erholung zeigen, wobei "die NFP im August sich wahrscheinlich auf 95K erholt haben, nachdem sie im Juli um 23K gefallen waren." Die Bank erwartet zudem, dass die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt weitgehend stabil bleibt, und merkt an, dass "wir erwarten, dass die UE-Rate bei 4,1% verharrt, bei ausgewogenen Risiken." Ihrer Ansicht nach würde selbst ein stärker als erwarteter Wert den geldpolitischen Ausblick nicht wesentlich verändern: TD argumentiert, dass "ein hawkischer Arbeitsmarktbericht die Aufmerksamkeit der Fed auf die Inflation bestätigen wird, aber es unwahrscheinlich ist, dass er das Komitee zu Zinserhöhungen bewegen wird."
Unterdessen sagte der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, am Mittwoch, es gebe Hinweise darauf, dass "sich die Inflation weiter abschwächt, da die Auswirkungen der Zölle nachlassen", warnte jedoch, dass sich höhere Energiepreise bislang noch nicht auf andere Dienstleistungen ausgewirkt hätten.
Vor den US-NFP-Daten fiel die ADP-Beschäftigungsänderung für August schwächer aus als erwartet. Der US-ADP-Bericht zeigte, dass private Arbeitgeber im August 38K neue Stellen geschaffen haben, weniger als die erwarteten 47K und weniger als die zuvor gemeldeten 46K.
An der geopolitischen Front haben sich die Befürchtungen vor weiterer militärischer Aggression zwischen den USA und dem Iran verringert, nachdem Präsident Donald Trump erklärt hatte, er erwarte nicht, dass die erneuten Kämpfe "allzu lange" andauern würden, berichtete Reuters.
Dies hat zu leichtem Verkaufsdruck bei den Ölpreisen geführt, wobei WTI Schwierigkeiten hat, über 90,00 USD hinauszukommen.
Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.
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