- Der KOSPI sprang um über 14% nach oben, angetrieben von massiven Erholungen bei den Tech-Schwergewichten SK Hynix und Samsung Electronics.
- Starke Quartalszahlen aus dem Tech-Sektor von Microsoft und Amazon stärkten das Vertrauen der globalen Anleger in eine anhaltende Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz.
- Japans Nikkei legte um 3,5% zu, da die Bank of Japan den Leitzins bei 1,0% unverändert ließ.
Die asiatischen Aktienmärkte legten am Freitag zu und folgten damit den über Nacht erzielten Gewinnen an der Wall Street, da eine globale Rallye bei Halbleiteraktien und neuer KI-Optimismus die Stimmung stützten. Starke Ergebnisse von Microsoft und Amazon untermauerten die Erwartungen an weitere Investitionen der Hyperscaler und eine robuste KI-Nachfrage.
Der südkoreanische KOSPI Composite sprang um über 14,5% nach oben, getrieben von deutlichen Kursgewinnen bei SK Hynix, die um über 25% zulegten, und Samsung Electronics, die um über 20% stiegen. Die Anlegerstimmung wurde zudem durch Südkoreas Plan für einen Staatsfonds in Höhe von 20 Billionen Won zur Förderung strategischer Branchen gestützt, ebenso wie durch die Industrieproduktion im Juni, die um 2,3% stieg und damit das schnellste monatliche Tempo seit sechs Jahren verzeichnete.
Koreanische Behörden verstärken Maßnahmen zur Beruhigung der Aktienmarktschwankungen
Analysten der Commerzbank heben hervor, dass die politische Reaktion in Korea an Intensität gewinnt, und weisen darauf hin, dass "das Finanzministerium zusätzliche Maßnahmen angekündigt hat, um die Volatilität am Aktienmarkt einzudämmen." Sie sehen diese Schritte als Teil einer breiteren offiziellen Anstrengung, die Märkte zu stabilisieren und den koreanischen Won in einer Phase erhöhter Schwankungen im Kospi und bei damit verbundenen gehebelten Produkten zu stützen.
Japans Nikkei 225 steigt um 3,5% auf rund 64.050, nachdem die Bank of Japan (BoJ) in einer 8:1-Abstimmung beschlossen hatte, den Leitzins wie erwartet unverändert bei 1% zu belassen. Hajime Takata war der einzige Gegenstimme und befürwortete eine Zinserhöhung aufgrund von Aufwärtsrisiken für die Inflation durch Konflikte im Nahen Osten.
Unterdessen zeigten die chinesischen Märkte gemischte Ergebnisse: Der SSE Composite stieg um 0,70% auf rund 3.830, und der Shenzhen Component sprang um über 3% auf 13.700, während der Hang Seng in Hongkong um fast 0,10% auf rund 25.830 nachgab.
Wirtschaftsdaten aus China zeigten anhaltende Schwäche: Der NBS Manufacturing PMI fiel im Juli mit 49,2 in den Kontraktionsbereich, nach 50,3 zuvor, und der Non-Manufacturing PMI sank auf 49,0; beide Werte verfehlten die Schätzungen von 50,0. Diese schwachen Daten unterstrichen die Sorgen über das Wachstum nach der unter dem Ziel liegenden BIP-Entwicklung im zweiten Quartal. Zusätzlich zur Vorsicht am Markt fiel Zhongji Innolight bei seinem Börsendebüt in Hongkong, obwohl das Unternehmen bei einem großen IPO 53,4 Mrd. HK$ eingesammelt hatte, was eine selektive Zurückhaltung gegenüber Tech-Bewertungen inmitten breiterer Marktverschiebungen widerspiegelt.
Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.
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