• Asiatische Aktien steigen am Donnerstag leicht, da erhöhte US-Anleiherenditen den Optimismus begrenzen.
  • Die hawkische Fed beruhigt den jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt, obwohl die durch Öl getriebenen Inflationssorgen bestehen bleiben.
  • Geopolitische Risiken belasten die Anlegerstimmung im Vorfeld der geldpolitischen Sitzungen der BoE und der BoJ zusätzlich.

Die Aktien in Asien legten am Donnerstag leicht zu und folgten damit den US-Aktienindex-Futures, während Händler die hawkische Tendenz der Federal Reserve (Fed) vor anderen wichtigen Zentralbankereignissen verdauen. Die Bank of England (BoE) wird ihre geldpolitische Entscheidung später am heutigen Tag bekannt geben, während allgemein erwartet wird, dass die Bank of Japan (BoJ) am Ende einer zweitägigen Sitzung am Freitag die Kreditkosten anheben wird.

Unterdessen stimmte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch am Ende der geldpolitischen Sitzung im September einstimmig dafür, die Zinsen zum ersten Mal seit 2023 anzuheben. Darüber hinaus zeigte der sogenannte Dot Plot, dass die Fed-Vertreter in diesem Jahr mit einer weiteren Zinserhöhung rechnen. Gleichzeitig hilft der Fokus von Fed-Chef Kevin Warsh auf die Inflation, den jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt zu beruhigen und die Anlegerstimmung zu stützen.

Auf der Pressekonferenz nach der Sitzung betonte Warsh die Bedeutung stabiler Verbraucherpreise für das Wachstum der US-Wirtschaft und sagte, die Inflation sei zu hoch und das schon seit zu langer Zeit. Allerdings halten durch Öl getriebene Inflationsrisiken die Rendite der benchmark 10-jährigen US-Staatsanleihe nahe 5,0% und damit in der Nähe ihres höchsten Niveaus seit 2007. Dies begrenzt zusammen mit den Spannungen im Nahen Osten den Optimismus.

In den jüngsten Entwicklungen erklärten die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, dass saudische Flugzeuge in der vergangenen Woche mehr als 450 Luftangriffe im gesamten Jemen durchgeführt hätten. Unterdessen behauptete US-Präsident Donald Trump, der Iran wolle eine Einigung erzielen und der Krieg könne sich seinem Ende nähern. Dennoch hält die sich verschärfende Auseinandersetzung zwischen der Huthi-Gruppe und Saudi-Arabien die geopolitische Risikoprämie im Spiel.

Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.

Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.

Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.

Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.

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