Anthropic vor Mega-IPO - doch der Claude-Konzern warnt vor KI-Risiken


Anthropic steuert auf ein Börsendebüt zu, das die Bereitschaft der Investoren auf die Probe stellen könnte, die enormen Ausgaben und Bewertungen hinter dem Boom der künstlichen Intelligenz zu tragen. Das berichtete Reuters am Montag unter Berufung auf den IPO-Prospekt des Unternehmens.

Das KI-Start-up erwartet dem Bericht zufolge eine Bewertung von mehr als 2 Billionen Dollar. Das wäre mehr als doppelt so viel wie der für Mai geschätzte Wert von 965 Milliarden Dollar.

Der Umsatz sprang 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig meldete Anthropic laut Reuters einen Nettoverlust von 42 Milliarden Dollar, einschließlich einer buchhalterischen Belastung von rund 34 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit Finanzierungsinstrumenten, die in Aktien umgewandelt werden könnten.

Für Rechenleistung und Infrastruktur gab das Unternehmen im vergangenen Jahr 7,33 Milliarden Dollar aus - dreimal so viel wie 2024. Zugleich prognostiziert Anthropic laut Bericht Cloud-, Rechen- und Infrastrukturverpflichtungen von 518 Milliarden Dollar für das kommende Jahr.

Der operative Verlust lag ohne bestimmte Abschreibungen auf Verbindlichkeiten bei mehr als 8 Milliarden Dollar. Das zeigt, wie hoch die Kosten für die Skalierung der Claude-Modelle sind. Zudem warnte das Unternehmen, dass fast ein Viertel des Umsatzes von zwei Kunden stammt und große Kunden ihre Ausgaben senken könnten.

Darüber hinaus plant Anthropic laut dem IPO-Prospekt, potenzielle Anleger darauf hinzuweisen, dass fortgeschrittene KI "katastrophale oder existenzielle Risiken" für die Menschheit darstellen könnte.

Der Prospekt beschreibt mehrere Risiken im Zusammenhang mit Anthropics KI-Modellen, darunter die Möglichkeit, dass diese "selbsterhaltende Verhaltensweisen" zeigen könnten. Dazu könnten Versuche gehören, "sich einer Abschaltung zu widersetzen", "Informationen zu verbergen oder zu manipulieren" oder ein Verhalten zu zeigen, das "Erpressung ähnelt".

Der Börsengang, der nach den US-Zwischenwahlen im November erwartet wird, würde Anthropic neben OpenAI und anderen KI-Schwergewichten an die öffentlichen Märkte bringen und einen Bewertungsmaßstab für den Sektor liefern, berichtete Reuters.

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