- Gold schwankt um 3.650 USD zu Beginn des Montags, bleibt jedoch in der Handelsspanne der Vorwoche.
- Der US-Dollar erholt sich durch Short-Covering, da eine vorsichtige Marktstimmung hilft.
- US-chinesische Handelsgespräche und die Zinspolitik der Fed bleiben im Fokus für einen frischen richtungsweisenden Impuls.
- Goldkäufer geben trotz extremer überkaufter Bedingungen im Tageschart noch nicht auf.
Gold bewegt sich hin und her in einer vertrauten Spanne um die 3.650 USD-Marke und läutet zu Beginn des Montags eine wichtige Woche für die Zentralbanken ein.
Gold behauptet sich nach schwachen chinesischen Daten
Der jüngste Anstieg bei Gold scheint durch die schwächer als erwarteten Aktivitätsdaten Chinas für August unterstützt zu werden, die die Erwartungen schürten, dass China zusätzliche Konjunkturmaßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums einführen wird.
Die industrielle Produktion Chinas wuchs um 5,2%, was eine Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 5,7% im Vormonat darstellt, während die Einzelhandelsumsätze nur um 3,4% im Vergleich zum Vorjahr stiegen, nach einem Wachstum von 3,7% im Juli. Beide Indikatoren überraschten die Märkte negativ.
Darüber hinaus profitiert Gold von einem Mangel an Fortschritten am ersten Tag einer neuen Runde von Handelsgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und China in Madrid, Spanien, am Sonntag.
Die Gespräche konzentrieren sich auf TikTok, Handels- und Wirtschaftsfragen und sollen bis Mittwoch fortgesetzt werden.
Außerdem handeln die Märkte vorsichtig vor den entscheidenden geldpolitischen Ankündigungen der US-Notenbank (Fed), was den Abwärtsdruck auf Gold abfedert.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Leitzinsen um 25 Basispunkte (bps) senkt, während die Zentralbank mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt, hartnäckiger Inflation und einem beispiellosen Druck von US-Präsident Donald Trump auf niedrigere Kreditkosten zu kämpfen hat.
Es gibt zahlreiche Spekulationen über eine Zinssenkung um 50 bps, während die Märkte auch auf drei Zinssenkungen in diesem Jahr wetten, beginnend in dieser Woche. Gold profitiert in der Regel in einem Niedrigzinsumfeld.
Vor dem Urteil der Fed werden die US-chinesischen Handelsgespräche und der Bericht über die Einzelhandelsumsätze die Goldhändler beschäftigen.
Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Der Tageschart zeigt, dass Gold seinen konsolidierenden Modus unter den Rekordhochs hält, da die Käufer vorsichtig bleiben und der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) weiterhin im extrem überkauften Bereich nahe 77 liegt.
Auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch von 3.675 USD in Sicht, wobei der nächste Widerstand bei der 3.700 USD-Marke gesehen wird.
Weiter oben könnte die Region um 3.750 USD die bärischen Verpflichtungen herausfordern.
Im Gegensatz dazu wird die unmittelbare Unterstützung bei der runden Marke von 3.600 USD gesehen, unterhalb derer das Tief der Vorwoche bei 3.578 USD getestet werden könnte.
Ein nachhaltiger Bruch unter letzteres würde einen neuen Abwärtstrend in Richtung der psychologischen Marke von 3.550 USD eröffnen.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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