- EUR/USD ließ am Dienstag die jüngsten Höchststände über der 1,1500-Marke hinter sich.
- Der US-Dollar erhielt neuen Schwung aufgrund von Nachrichten über den US-China-Handel.
- Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die bevorstehenden vorläufigen PMIs in den USA und der Eurozone.
EUR/USD verlor an Schwung, nachdem es nicht gelang, in den Bereich der Jahreshochs vom Montag nahe 1,1570 vorzudringen, was es den Verkäufern ermöglichte, das Paar nach unten zu treiben, während der US-Dollar-Index (DXY) eine anständige Erholung verzeichnete und die jüngsten Dreijahrestiefs im Bereich unter 98,00 hinter sich ließ, gemessen am US-Dollar-Index (DXY).
Tarifspannungen bestehen weiterhin
Die jüngste Tarifankündigung von Präsident Trump, eine pauschale Zollgebühr von 10 % auf alle Handelspartner sowie Zuschläge von bis zu 50 % in bestimmten Regionen und eine Abgabe von 145 % auf ausgewählte chinesische Waren, hat die Risikostimmung auf der Kippe gehalten.
Eine 90-tägige Nachsicht für nicht-retalierende Nationen und der späte Ausschluss von Smartphones und Computern boten nur eine kurze Atempause, während EU-Beamte warnten, dass Brüssel bereitsteht, gegebenenfalls zu reagieren.
Die am Dienstag verzeichnete Erholung des Greenbacks wurde ausschließlich durch ermutigende Schlagzeilen von US-Finanzminister Bessent unterstützt, was eine gewisse Atempause im US-China-Handelskonflikt ermöglichte.
Zentralbank-Kreuzung
Die Federal Reserve (Fed) ließ ihren Leitzins diese Woche bei 4,25 %–4,50 % und Vorsitzender Jerome Powell betonte, dass der Kampf gegen die Inflation oberste Priorität hat – selbst wenn Zölle Stagflation drohen.
In jüngsten Kommentaren betonte Powell, dass zukünftige Zinssenkungen davon abhängen werden, wie sich die Inflation und die Wachstumsentwicklungen entwickeln, und warnte, dass steigende Zölle die Fed zwingen könnten, widersprüchliche Ziele zu jonglieren.
Unterdessen senkte die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet den Zinssatz um 25 Basispunkte auf 2,25 %, entfernte das Wort "einschränkend" aus ihrer Erklärung und signalisierte einen datengestützten Ansatz – was die Märkte dazu veranlasste, eine weitere Senkung bei der Sitzung im Juni einzupreisen.
Trump-Powell: Eine weitere offene Front
Der US-Dollar konnte die jüngst starke bärische Note beiseitelegen, als Präsident Trump seine Kritik an Federal Reserve-Vorsitzendem Jerome Powell eskalierte und ihn als "großen Verlierer" bezeichnete, weil er die Zinssätze nicht senkte. Tatsächlich forderte Trump in einem Social-Media-Beitrag Powell auf, die Zinsen "präventiv" zu senken, um die Wirtschaft zu unterstützen, und beschuldigte ihn, zu langsam auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren. Der erneute Angriff kam inmitten wachsender Marktturbulenzen, die mit Trumps eigenen Tarifpolitiken verbunden sind, die die Anleger verunsichert und Stagflationssorgen geschürt haben.
Positionierungsdruck
Die spekulativen Netto-Long-Positionen im Euro stiegen in der Woche bis zum 15. April auf etwa 69,3K Kontrakte und erreichten damit den höchsten Stand seit September 2024. Die kommerziellen Händler erhöhten unterdessen ihre Netto-Short-Positionen auf fast 118K Kontrakte und erreichten ebenfalls Mehrmonatshochs. Darüber hinaus stieg das offene Interesse auf über 708K Kontrakte, ein Fünf-Wochen-Hoch.

Technische Kontrollpunkte
Das Hoch von 2025 bei 1,1572 (21. April) stellt die erste nennenswerte Widerstandsmarke für EUR/USD dar, vor dem Hoch von Oktober 2021 bei 1,1692 (28. Oktober).
Auf der anderen Seite liegt die erste Unterstützung am 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) bei 1,0762, mit weiterer Unterstützung vom wöchentlichen Tief von 1,0732 (27. März).
Die Momentum-Indikatoren zeigen ein bullisches Bild: Der Relative Strength Index (RSI) ist knapp unter der 70-Marke gefallen, während der Average Directional Index (ADX) über dem Niveau von 51 bleibt, was darauf hindeutet, dass der breitere Trend fest bleibt.
EUR/USD Tageschart

Marktausblick
Da der US-Dollar seinen Glanz zurückgewinnt und die Tarifüberschriften weiterhin die Erzählung dominieren, scheint EUR/USD auf anhaltende Schwankungen eingestellt zu sein. Jede neue politische Andeutung von der Fed oder EZB und jeder frische Handelskriegsschlag werden voraussichtlich schnelle Bewegungen auslösen, was die Volatilität bis zu einer größeren Klarheit hoch hält.
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