Nach einem schwachen europäischen Handelstag hat sich der EUR/USD in den US-Handelsstunden erholt und steuert nun wieder auf die Marke von 1,0400 zu. Doch wie nachhaltig ist diese Bewegung?
Geopolitische Spannungen belasten die Märkte
In den frühen asiatischen Handelsstunden am Dienstag sorgten neue Aussagen von US-Präsident Donald Trump für Nervosität an den Märkten. Trump erklärte, dass die USA Zölle auf China verhängen könnten, falls ein möglicher TikTok-Deal nicht von Peking genehmigt wird. Gleichzeitig kündigte er an, ab dem 1. Februar einen 25-prozentigen Zoll auf Importe aus Mexiko und Kanada einzuführen.
Diese Aussagen führten dazu, dass Investoren eine vorsichtigere Haltung einnahmen und verstärkt auf den sicheren Hafen US-Dollar setzten. Das belastete den EUR/USD zunächst deutlich.
Mit der Eröffnung der US-Börsen kam jedoch wieder etwas Entspannung auf. Die positive Stimmung an den Aktienmärkten erschwerte es dem US-Dollar, seine Gewinne auszubauen, und ermöglichte dem EUR/USD eine Erholung. Zum aktuellen Stand notieren die führenden US-Indizes rund 0,3 % bis 0,5 % im Plus.
Sollte sich die risikofreudige Stimmung an den Märkten fortsetzen, könnte dies dem Euro weiter Rückenwind geben. Umgekehrt könnte ein erneuter Stimmungsumschwung an den Börsen das Potenzial für weitere Kurssteigerungen begrenzen.
Schwache ZEW-Daten aus Deutschland belasten den Euro
Auch neue Konjunkturdaten aus der Eurozone werfen Fragen auf. Der deutsche ZEW-Index für die wirtschaftliche Stimmung fiel im Januar von 15,7 auf 10,3 Punkte und lag damit unter den Markterwartungen von 15,3. Ein deutlicher Rückgang, der die Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung der größten Volkswirtschaft Europas unterstreicht.
Positiv zu vermerken ist allerdings, dass der ZEW-Index für die gesamte Eurozone leicht von 17 auf 18 Punkte gestiegen ist – ein Zeichen, dass die Stimmung auf europäischer Ebene etwas stabiler bleibt.
Ein wichtiges Event steht außerdem am Mittwoch an: EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos an der Podiumsdiskussion „Beyond Crisis: Unlocking Europe's Potential“ teilnehmen. Investoren werden genau hinhören, ob es Hinweise auf die weitere geldpolitische Strategie der EZB gibt.
EUR/USD: Wichtige technische Marken im Blick

Ein Blick auf die technische Analyse zeigt, dass der EUR/USD weiterhin eine bullische Tendenz beibehält. Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf dem 4-Stunden-Chart hält sich stabil über der Marke von 60 – ein Zeichen dafür, dass die Käufer weiterhin das Ruder in der Hand haben.
Allerdings wartet bei 1,0390 bis 1,0400 ein wichtiger Widerstand. Hier treffen die 200-Perioden-Simple-Moving-Average (SMA) und das 50%-Fibonacci-Retracement des jüngsten Abwärtstrends aufeinander. Ein Ausbruch über diese Zone könnte den Weg in Richtung 1,0440 (61,8%-Fibonacci-Retracement) und später 1,0500 (78,6%-Fibonacci-Retracement, psychologisch wichtige Marke) ebnen.
Auf der Unterseite bietet die Marke von 1,0350 (38,2%-Fibonacci-Retracement) erste Unterstützung. Darunter folgen 1,0320, wo die 100-Perioden-SMA liegt, und 1,0290 (23,6%-Fibonacci-Retracement) als letzte Haltemarke, bevor größere Verluste drohen.
Fazit: Chancen und Risiken im Blick behalten
Die Erholung des EUR/USD bleibt fragil. Während die positive Entwicklung an den Aktienmärkten dem Euro derzeit zugutekommt, sorgen die geopolitischen Spannungen und enttäuschende Wirtschaftsdaten für Unsicherheit. Entscheidend wird sein, ob der Euro die Marke von 1,0400 nachhaltig überwinden kann – oder ob neue Rückschläge drohen.
Die nächsten Tage könnten spannend werden, vor allem mit Blick auf die Aussagen von Christine Lagarde in Davos und die allgemeine Marktstimmung. Anleger sollten daher wachsam bleiben und die technischen Schlüsselmarken im Auge behalten.
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