So schnell wie die Renditen am US-Anleihemarkt aus Angst vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed bis Ende Oktober stiegen, fallen sie jetzt in der Hoffnung auf schon bald wieder sinkende Leitzinsen. Und mit fallenden Renditen werden Anleihen wieder unattraktiver gegenüber Aktien, die deshalb ihre Aufwärtsbewegung auch in der abgelaufenen Woche fortsetzten.
Der Aufwärtstrend ist zwar noch intakt, …
Woher der deutsche Aktienmarkt inmitten von Rezessionssorgen und Haushaltskrise die Kraft nimmt, man weiß es nicht. Quasi aus dem nichts hat der DAX die 16.000er Hürde mit überzeugender Leichtigkeit genommen, so dass es jetzt auch nicht mehr viel Fantasie für ein Anlaufen des Allzeithochs braucht, das nur noch zwei Prozent entfernt ist. Die Rally läuft weiter und die Chance auf höhere Kurse zum Jahresende ist aus rein technischer Sicht aktuell höher als das Risiko einer stärkeren Korrektur. Fundamental allerdings bleibt für die aktuelle Entwicklung des DAX nur ein Kopfschütteln übrig. Und geopolitisch sind im Nahen Osten die Kampfhandlungen nach einer einwöchigen Feuerpause wieder aufgenommen worden, womit der Blick der Anleger verstärkt den Nachrichten aus dieser Region gelten dürfte.
…, doch die Stimmung ist schon wieder zu gut.
Beim Blick an die Wall Street fällt ebenfalls ein Fear & Greed Index auf, der mit 67 Punkten schon wieder kurz vor dem Bereich extremer Gier angekommen ist. Viel fehlt nicht mehr zum Niveau im Sommer, als die Rally zunächst ihr Ende fand. Schon um Weihnachten herum könnte dieses Niveau erreicht werden und die Jahresanfangsrally, auf die viele setzen und uns auch noch gut aus diesem Jahr in Erinnerung ist, im kommenden Jahr ausfallen. Das erste Börsenhalbjahr 2024 dürfte für den DAX vor dem Hintergrund der sich mehrenden konjunkturellen Schwächesignale ein schwieriges werden. Für den Moment ist diesbezüglich einfach zu viel geldpolitischer Optimismus im Markt.
Die Gefahr lauert im Immobilienmarkt
Ein weiteres Risiko lauert im Immobilienmarkt. Der Gewerbeimmobilienspezialist Aroundtown steckt tief in den roten Zahlen. Die hohen Zinsen drücken deutlich auf das Portfolio und zwingen den Konzern bereits zu Verkäufen. Unter dem Strich steht für die vergangenen neun Monate ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro. Dieser kommt zum größten Teil durch Abschreibungen auf das Portfolio zustande. Aroundtown ist damit ein weiteres Unternehmen aus der Immobilienbranche, das wegen der hohen Zinsen ins Straucheln gerät.
Signa-Eigentümer Benko knipst das Licht aus
Zu viele Risiken angehäuft und zu viel Vertrauen der Investoren verspielt hat auch die Signa Gruppe rund um den bekannten österreichischen Investor Rene Benko. Das Unternehmen mit seinen vielen Tochtergesellschaften musste gestern Insolvenz anmelden. Ein weiterer großer Player am Immobilienmarkt wird damit von der Last der hohen Zinsen erdrückt. Viele Bankkredite dürften sicherlich mit vielen Immobilien abgesichert sein, aber allein diese Tatsache lässt eine gefährliche Spirale aus steigenden Zinsen und fallenden Preisen erkennen. Die Dominosteine fallen in der Branche derzeit sehr schnell, so schnell vielleicht, dass hier die nächste Finanzkrise bereits vor der Tür steht.
Was passiert in der kommenden Woche?
Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Einkaufsmanagerindizes und neuer Konjunkturdaten aus China. Aber das Highlight sind zum Wochenschluss ganz klar die Wasserstandsmeldungen vom US-Arbeitsmarkt, die die Anlegernerven in Wallung und die Aktienkurse in Bewegung versetzen dürften. Und hier hat der Markt die zuletzt weiterhin eine robuste Verfassung anzeigenden wöchentlichen Daten doch eher ignoriert. Im Oktober waren mit 150.000 seit langem mal weniger als die erwarteten 180.000 Stellen geschaffen worden, was auf die erhoffte Abkühlung am Arbeitsmarkt hindeutet. Allerdings könnte die Zahl durch den Streik in der Autoindustrie etwas verzerrt worden sein. Umso spannender dürften nun die November-Daten werden, bevor dann in der Woche drauf die letzte Fed-Sitzung des Jahres ansteht.
DAX – aktuelle Unterstützungen und Widerstände:
Unterstützungen: 16.250/16.200 + 16.150/16.100 + 16.050/16.000
Widerstände: 16.300/16.350 + 16.500/16.550 + 16.700/16.750
Dieser Artikel stammt von RoboMarkets.
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