Der Euro legt wieder zu. Das bremst den Deutschen Aktienindex aus und lässt ihn einmal mehr hinter der Wall Street zurückbleiben. Die Gemeinschaftswährung konnte trotz der geldpolitischen Lockerungssignale der Europäischen Zentralbank in der vergangenen Woche eine wichtige Unterstützung zum Dollar verteidigen und steigt seitdem wieder. Das ist der Grund, warum dem DAX noch nicht das gelang, was der S&P 500 an der Wall Street bereits geschafft hat. Der US-Markt ist nach den unerwartet starken Zahlen der Großbank JP Morgan am Freitag bereits über die im Verlauf der Woche erreichten Hochs gestiegen.

Übergeordnet steht an der Börse immer noch die Frage im Raum, ob die Weltwirtschaft droht, in eine Rezession abzurutschen oder nicht. Nach zahlreichen enttäuschenden Konjunkturdaten wurde oft die Zinsstrukturkurve am amerikanischen Rentenmarkt als Indikation angeführt. Tatsächlich hat sich diese Terminkurve noch nicht invertiert. Wenn man den Zinsabstand zwischen zwei und zehn Jahren Laufzeit betrachtet, blieben die längerfristigen Renditen in den vergangenen Monaten noch über denen der Kurzläufer. Die Märkte sind nur deshalb nervös geworden, weil sich die Kurven mit noch kürzeren Zeitabständen bereits invertiert hatten.

Das eigentliche Rezessionssignal hat es aber niemals gegeben. Und daher ist jetzt die Hoffnung, dass die scharfe geldpolitische Kurskorrektur der Federal Reserve dazu führt, dass sich die Terminkurve auf absehbare Zeit nicht mehr invertieren wird. Der Abstand zumindest hat sich seit Dezember wieder mehr als verdoppelt, was für eine Bodenbildung sprechen könnte. Die Situation sollte aber auch deshalb weiter genau beobachtet werden, da sich die Terminkurve in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg achtmal invertierte und jedes Mal folgte darauf eine Rezession. Die größte Gefahr für die derzeitige Rally an den Aktienmärkten ist, dass der Zinsabstand jetzt wieder kleiner wird. 

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