Die Zinsen in den USA sind auf Jahresfrist um einen ganzen Prozentpunkt gestiegen, was langsam, aber sicher eine Konkurrenzsituation insbesondere zu den hochbewerteten Aktien schafft. So ist dies für viele Anleger jetzt auch der Anlass, erst einmal Gewinne bei all den Aktien mitzunehmen, die in den vergangenen Wochen und Monaten am stärksten gelaufen sind. E-Mobilität, Wasserstoff, digitale Währungen und die FANG-Aktien – sie alle stehen unter kräftigem Abgabedruck. 

An den Börsen scheint gerade ein neues Kapital aufgeschlagen zu werden, in dem das schrittweise Ende der Lockdown-Maßnahmen in greifbare Nähe rückt. Das nützt den Tourismus-Aktien und zyklischen Werten und damit auch dem Deutschen Aktienindex, der den kleinen Ausverkauf an der Technologiebörse Nasdaq nicht mitmacht. Das, was zu einer schlechteren Entwicklung am deutschen Aktienmarkt in den vergangenen Wochen und Monaten relativ zur Wall Street führte, ist jetzt etwas Gutes. Der DAX kann sein Tief der Vortage halten und bleibt damit im Aufwärtstrend. Wir sehen bislang noch eine normale und gesunde Konsolidierung und keine Trendwende.

In einem deflationären Umfeld, wie wir es beschleunigt durch die Corona-Krise erleben, fanden Anleger gerade in Technologieaktien bislang einen sicheren Hafen, da dieser Sektor von Hause aus mit rasant fallenden Preisen zu kämpfen hat. Wenn dann aber plötzlich die Inflationserwartungen und die Zinsen steigen, flüchten sie folgerichtig aus jenen Aktien, die am besten gelaufen sind. So dürfte die Welle an Gewinnmitnahmen in diesem Sektor zunächst einmal weiter über den Globus rollen.

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