Der Deutsche Aktienindex bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der zentralen Unterstützung bei 15.711 Punkten. Schließt der Index darunter, würde aus technischer Sicht eine Trendwendeformation aktiviert. Andernfalls hält die Unterstützung erneut und könnte die Basis für einen neuen Anstieg werden. Aber es scheint, als wäre die Luft aus dem DAX erst einmal raus. Auch das Zeitfenster positiver saisonaler Rahmenbedingungen schließt sich mit jedem fortschreitenden Handelstag. Einige Händler haben vor diesem Hintergrund ihre Bücher bereits geschlossen und bereiten sich auf die Sommerpause vor.
Dass mit wieder fallenden Energiepreisen die deutsche Industrie den stärksten Auftragszuwachs seit drei Jahren verzeichnen kann, ist eine gute Nachricht für die Börse. Dass die Situation aber alles andere als stabil ist, zeigt der weiterhin messbare Rückgang im Dreimonatsvergleich. Allerdings lassen auch die Engpässe bei den Unternehmen nach. Das passt zu dem in dieser Woche bereits gemeldeten Rückgang der Erzeugerpreise. Alles in allem ist also erst einmal eine leichte Entspannung der Lage in der verarbeitenden Industrie zu beobachten, aber das Geschäft bleibt trotzdem mau.
Dass fast alle Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss der Fed weitere Anhebungen im Jahresverlauf erwarten, ist dagegen eine bittere Pille für Anleger. Die Pause der Fed dient lediglich der Beobachtung bereits erwirkter Fortschritte, stellt aber keinen Hinweis auf ein Ende der Anhebungen der Leitzinsen dar. Ob sich die Erwartungen an die Geldpolitik am Freitag beim Arbeitsmarktbericht noch einmal verschieben, ist fraglich. 14 Monate in Folge hat die US-Wirtschaft mehr Stellen geschaffen als von den Ökonomen erwartet. Warum sollte diese Serie plötzlich reißen?
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