Trotz starken Gegenwinds von der Wall Street, die wegen schnell steigender Renditen am Anleihemarkt mit ihren Jahrestiefs kämpft, kann sich der Deutsche Aktienindex gut behaupten und notiert weiterhin über der Marke von 12.000 Punkten. Die schon arg strapazierten Nerven der Anleger dürften mit den anstehenden Terminen in dieser Woche allerdings erneut auf eine harte Probe gestellt werden.
Seitens der US-Notenbank besteht immer noch die Chance für eine Verlangsamung ihrer geldpolitischen Straffung in den kommenden Monaten und damit auch die Hoffnung auf eine Stabilisierung am Aktienmarkt. Diese muss aber mit der Realität abgeklärt werden - etwa mit den heute veröffentlichten Erzeugerpreisen oder den morgigen Verbraucherpreisen in den USA. Erst ein wirklich nachlassender Inflationsdruck gäbe der Fed die Chance, den Fuß etwas vom geldpolitischen Bremspedal zu nehmen. Und der Zeitplan der US-Notenbank dürfte auch die Schritte der Europäischen Zentralbank maßgeblich beeinflussen, wo der Hochpunkt in den Leitzinsen allerdings mit etwas Zeitverzögerung erreicht werden sollte.
Hält nach all den Daten das Jahrestief im DAX auch weiter, besteht die Chance auf eine nachhaltige Bodenbildung. Diese könnte der Index mit einem Anstieg über 12.675 Punkte abschließen. So lange aber bleibt der Abwärtstrend intakt. In den USA gab es zumindest gestern ein wichtiges, positives Signal vom S&P 500 Index, der haarscharf an einem neuen Jahrestief vorbeischrammte. Damit ist auch an der Wall Street die Möglichkeit einer Bodenbildung weiterhin gegeben. Wenn der DAX sein Jahrestief allerdings unterschreitet, könnte es schnell gehen. Die nächste Unterstützung wartet erst bei 11.295 Punkten.
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