- WTI-Ölpreise steigen stark an, da neue US-Angriffe auf den Iran Befürchtungen vor anhaltenden Lieferunterbrechungen schüren.
- Drohungen, die Straße von Hormus und die Bab el-Mandeb-Straße zu schließen, verstärken die Sorgen um die globale Energieversorgung.
- Commerzbank-Analysten sagen, eine Blockade dieser strategischen Schifffahrtsrouten könnte die Ölpreise noch weiter in die Höhe treiben.
West Texas Intermediate (WTI) notiert zum Zeitpunkt der Erstellung am Freitag bei rund 81,10 USD, ein Tagesplus von 2,76%, und steuert auf einen Wochengewinn von mehr als 13% zu, da die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter eskalieren.
Der Konflikt verschärfte sich, nachdem die Vereinigten Staaten (US) eine weitere Angriffswelle auf iranische Militäreinrichtungen gestartet haben. Laut dem US-Zentralkommando (CENTCOM) sollen die Operationen die militärischen Fähigkeiten Irans weiter schwächen, während die US-Streitkräfte ihre Einsätze rund um die Straße von Hormus fortsetzen.
Als Reaktion erklärte die Islamische Revolutionsgarde (IRGC), dass keine Öl- oder Gasexporte die Straße von Hormus passieren werden, solange die US-Angriffe andauern. Die IRGC warnte zudem vor stärkeren Vergeltungsmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten und Länder, die US-Militärbasen beherbergen. Bereits zuvor am Tag drohte Iran auch mit der Schließung des Roten Meeres, während Katar einen abgefangenen Raketenangriff meldete.
Diese Entwicklungen haben die Sorgen um die globalen Energieflüsse verstärkt. Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte, dass die globale Energiesicherheit zu einem großen Problem werden könnte, wenn die Öltransporte durch die Straße von Hormus nicht bald wieder aufgenommen werden.
Rohstoffanalysten der Commerzbank hoben ebenfalls hervor, dass geopolitische Risiken den Ölmarkt weiterhin stützen. Die Bank erklärte, dass eine mögliche Blockade der Bab el-Mandeb-Straße, einer weiteren strategischen Schifffahrtsroute für regionale Exporte, die Ölpreise noch weiter nach oben treiben könnte. Die Commerzbank fügte hinzu, dass die chinesischen Rohölimporte in den kommenden Wochen ebenfalls steigen könnten, da Ladungen, die die Straße von Hormus erfolgreich passiert haben, in chinesischen Häfen ankommen.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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Das sollten Sie am Freitag, den 17. Juli, im Blick behalten:
Der US-Dollar bleibt am frühen Freitag gegenüber seinen Rivalen widerstandsfähig, während die Anleger die neuesten Schlagzeilen aus dem Nahen Osten bewerten. In der zweiten Tageshälfte werden im US-Wirtschaftskalender die Daten zum Exportpreisindex, Importpreisindex und den Baubeginnen für Juni veröffentlicht.