- WTI steigt auf den höchsten Stand seit Mai, da eskalierende Spannungen im Nahen Osten die Sorgen um die Angebotsseite verstärken.
- EIA-Daten zeigen einen moderaten Rückgang der US-Rohöllagerbestände.
- OPEC senkt ihre Prognose für das Nachfragewachstum 2026, hebt jedoch ihre Projektion für das kommende Jahr an.
West Texas Intermediate (WTI) Öl legt am Donnerstag um fast 5% zu und steigt auf den höchsten Stand seit dem 21. Mai, da eskalierende Spannungen im Nahen Osten die Befürchtungen über weitere Unterbrechungen der ohnehin knappen Versorgung verstärken. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert WTI bei rund 99 USD und liegt in dieser Woche bislang um etwa 10,50% im Plus.
Der Anstieg folgt einer erneuten Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran in den vergangenen Tagen, wodurch die Sicherheitsrisiken rund um die Straße von Hormus zunehmen, wo der Schiffsverkehr nach Ausbruch des Krieges Ende Februar weiterhin stark eingeschränkt bleibt. Zusätzlich zu den Sorgen berichtete das Wall Street Journal am Donnerstag unter Berufung auf US- und Nahost-Vertreter, dass der Iran die Produktion ballistischer Raketen wieder aufgenommen habe.
Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Iran erklärte zudem, die Straße von Hormus sei blockiert und unter seiner "intelligenten Kontrolle und Informationsdominanz." Die Gruppe warnte laut dem iranischen Staatssender IRIB, dass jede feindliche Präsenz in der strategischen Wasserstraße ins Visier genommen werde.
Die Sorgen um die Angebotsseite haben sich auch über die Straße von Hormus hinaus ausgeweitet, nachdem die mit dem Iran verbündeten Huthi am Donnerstag den jemenitischen Hafen von Mocha eingenommen haben, was die Risiken rund um das Rote Meer und die Bab-el-Mandeb-Straße erhöht. Ein Sprecher der Huthi sagte jedoch, die aktuellen Operationen seien auf bestimmte Ziele beschränkt und beschrieb sie als defensiv, fügte jedoch hinzu, dass die Schifffahrt und der internationale Handel durch die beiden Wasserstraßen weiterhin sicher und unbeeinträchtigt seien.
Der jüngste Bericht der Energy Information Administration (EIA) zeigte, dass die US-Rohöllagerbestände um 391.000 Barrel gesunken sind und damit die Erwartungen eines Rückgangs um 1,6 Millionen Barrel verfehlten, nachdem die Bestände in der Vorwoche um 4,45 Millionen Barrel gefallen waren.
In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Short-Term Energy Outlook hob die EIA ihre durchschnittliche WTI-Preisprognose für 2026 auf 84,65 USD pro Barrel an. Die Behörde erklärte, die weltweiten Öllagerbestände seien seit Jahresbeginn um rund 400 Millionen Barrel gesunken und dürften bis zum Jahresende weiter zurückgehen, da erhebliche Mengen der Produktion und Exporte aus dem Nahen Osten weiterhin vom Markt genommen seien.
Unterdessen legte OPEC einen gemischten Nachfrageausblick vor. Die Gruppe senkte ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage im Jahr 2026 von 580.000 bpd auf 380.000 Barrel pro Tag. Allerdings hob sie ihre Wachstumsprognose für 2027 von 2,16 Mio. bpd auf 2,36 Mio. bpd an.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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