- WTI US-Öl handelt niedriger, belastet durch eine relative Entspannung der geopolitischen Ängste.
- Indirekte Gespräche zwischen Washington und Teheran reduzieren den Risikoaufschlag, obwohl die Situation fragil bleibt.
- Händler warten auf frische Signale zur globalen Versorgung, insbesondere von Exporten und US-Lagerbestandsdaten.
West Texas Intermediate (WTI) US-Öl wird am Dienstag bei etwa 63,90 USD pro Barrel gehandelt, was einem Rückgang von 0,43% im Tagesverlauf entspricht. Das Rohöl steht weiterhin unter Druck, da die Bedenken hinsichtlich möglicher Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten teilweise nachgelassen haben.
Der Rückgang der Preise erfolgt vor dem Hintergrund einer relativen Entspannung der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran. Beide Länder zeigen ihre Bereitschaft, die indirekten Gespräche fortzusetzen, die von iranischen Behörden als konstruktiv beschrieben werden, was die unmittelbare Wahrscheinlichkeit einer militärischen Eskalation verringert. Diese Entwicklung trägt zu einem Rückgang des geopolitischen Risikoaufschlags bei, der in den letzten Wochen in den Ölpreisen verankert war.
Gleichzeitig belasten angebotsseitige Faktoren weiterhin den Markt. Laut Reuters stiegen die venezolanischen Rohöl-Exporte zu Beginn des Jahres stark an und erreichten im Januar etwa 800.000 Barrel pro Tag, nachdem sie im Vormonat weniger als 500.000 Barrel pro Tag betragen hatten. Dieser Anstieg der Flüsse aus Lateinamerika verstärkt die Erwartungen an besser versorgte globale Märkte und begrenzt das Aufwärtspotenzial für WTI US-Öl.
Die Anleger bleiben dennoch vorsichtig, da der geopolitische Hintergrund im Nahen Osten fragil bleibt. US-Behörden haben kürzlich amerikanischen Schiffen geraten, iranische Gewässer so weit wie möglich zu meiden, insbesondere die Straße von Hormuz, einen wichtigen Engpass für den globalen Ölhandel. Feststehende Erklärungen von iranischen Beamten unterstreichen ebenfalls, dass das Risiko einer Eskalation nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Vor diesem gemischten Hintergrund richtet sich die Marktaufmerksamkeit auf kurzfristige Indikatoren. Der wöchentliche Rohöl-Lagerbestandsbericht des American Petroleum Institute (API), der später am Dienstag fällig ist, könnte frische Katalysatoren für kurzfristige Bewegungen der WTI US-Ölpreise liefern.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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