- WTI fällt, da Händler mögliche US-Iran-Gespräche in Doha trotz eines fragilen vorläufigen Waffenstillstands abwägen.
- Trump behauptete, US-Iran-Gespräche würden am Dienstag stattfinden, doch Teheran bestritt, Treffen mit Washington geplant zu haben.
- Der Irak drängt aggressiv auf eine höhere OPEC-Quote, um Einnahmen zurückzugewinnen, was den Druck auf das Ölangebot erhöht und die Einheit des Kartells auf die Probe stellt.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl bleibt gedämpft und bewegt sich während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag um 70,10 USD pro Barrel. Die Rohölpreise stehen unter Abwärtsdruck, da Händler mögliche Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran in Doha im Zuge eines fragilen vorläufigen Waffenstillstands beobachten.
Reuters zitierte Tim Waterer, Chief Market Analyst bei KCM Trade, der feststellte, dass Investoren zwar Hoffnungen auf ein positives Ergebnis einpreisen, eine echte Normalisierung der Ölströme durch die Straße von Hormus jedoch noch nicht zu sehen ist. „Der Markt ist vorsichtig optimistisch, sichert sich aber weiterhin ab, bis wir greifbarere Anzeichen einer Deeskalation sehen“, erklärte Waterer.
Die geopolitische Verwirrung vertiefte sich, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass neue Friedensgespräche am Dienstag in Doha stattfinden würden, nachdem es am Wochenende zu erneuten Feindseligkeiten gekommen war. Teheran widersprach der Behauptung umgehend, iranische Beamte erklärten, dass auf keiner Ebene Treffen mit Washington geplant seien. Stattdessen betonte Iran, dass der Fokus auf dem bestehenden Memorandum of Understanding liege und nicht auf der Aushandlung eines neuen endgültigen Abkommens.
Zusätzlich zu den Angebotsdruck erhöht der Irak aggressiv seine Forderung nach einer höheren Produktionsquote bei der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), was eine Konfrontation mit dem Produzentenblock drohen lässt. Dieser Schritt schafft neue Herausforderungen für die OPEC, die bereits unter den Folgen regionaler Konflikte und dem überraschenden Austritt der VAE nach fast 60 Jahren Mitgliedschaft leidet.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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Das sollten Sie am Dienstag, den 30. Juni, im Blick behalten:
Der japanische Yen notiert am letzten Handelstag des zweiten Quartals auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahrzehnten gegenüber dem US-Dollar, wobei das Paar USD/JPY über 162,00 steigt. Auf dem Wirtschaftskalender stehen vorläufige Daten zum Verbraucherpreisindex für Juni aus Deutschland sowie Wachstumsdaten zum Bruttoinlandsprodukt für April aus Kanada. Außerdem wird das US Bureau of Labor Statistics die JOLTS-Arbeitsmarktdaten für Mai veröffentlichen und das Conference Board den Bericht zum Verbrauchervertrauen für Juni herausgeben.