- WTI US-Öl wird um 65,15 USD gehandelt, ein Plus von 1,53 % am Mittwoch.
- Anhaltende Spannungen zwischen Washington und Teheran schüren Bedenken über das globale Angebot.
- Ein starker Anstieg der US-Rohölbestände begrenzt das kurzfristige Aufwärtspotenzial.
West Texas Intermediate (WTI) US-Öl wird am Mittwoch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts um 65,15 USD gehandelt, was einem Anstieg von 1,53 % im Tagesverlauf entspricht und die Erholung fortsetzt, die Anfang dieser Woche begann. Der Ölmarkt profitiert von erneuten Bedenken über das globale Angebot, da die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten für die Anleger im Fokus bleiben.
Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran bleiben angespannt, was Spekulationen über eine mögliche Verschärfung der Sanktionen oder Unterbrechungen der iranischen Exportströme anheizt. Berichte, die von Reuters zitiert wurden, deuten darauf hin, dass Washington in Erwägung ziehen könnte, Schiffe mit iranischem Rohöl abzufangen, falls die Verhandlungen über das Atomprogramm Teherans scheitern. Obwohl die ersten diplomatischen Gespräche als konstruktiv beschrieben wurden, bleiben die Händler vorsichtig hinsichtlich des Risikos einer Eskalation, die das verfügbare Angebot auf dem internationalen Markt reduzieren könnte.
Der Markt wird auch durch sich ändernde Nachfragedynamiken in Asien unterstützt. Indien hat seine Importe von russischem Öl im Rahmen von Handelsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten reduziert und gleichzeitig die Käufe bei Lieferanten im Nahen Osten und Westafrika erhöht. Diese Umverteilung der Handelsströme hilft, die Nachfrage nach bestimmten Rohölqualitäten aufrechtzuerhalten und bietet zusätzliche Unterstützung für die Preise.
Die Preisanstiege bleiben jedoch durch Anzeichen eines reichlichen Angebots in den Vereinigten Staaten begrenzt. Das American Petroleum Institute (API) berichtete von einem Anstieg der Rohölbestände um 13,4 Millionen Barrel in der Woche bis zum 6. Februar, was den größten Anstieg seit Anfang 2023 markiert. Diese starke Ansammlung überstieg die Markterwartungen bei weitem und weckte Bedenken über ein kurzfristiges Überangebot. Die Anleger warten nun auf offizielle Daten von der Energy Information Administration (EIA), die diesen Trend entweder bestätigen oder in Frage stellen könnten.
In der Zwischenzeit werden die bevorstehenden Berichte der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und der Internationalen Energieagentur (IEA) genau beobachtet. Die IEA warnte kürzlich, dass das globale Angebot in diesem Jahr die Nachfrage übersteigen könnte, was potenziell zu einem Überschuss führen könnte. In diesem Kontext bleibt die Preisbewegung von WTI US-Öl sowohl von geopolitischen Entwicklungen als auch von fundamentalen Signalen über das Gleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch geprägt, was den Markt zwischen Angebotsrisiken und Bedenken über eine nachlassende Nachfrage gefangen hält.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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