• WTI-Preis fällt am frühen Donnerstag im europäischen Handel auf rund 93,10 USD. 
  • Libanon und Israel verpflichten sich zu einem Waffenstillstand zur Beendigung der Kämpfe. 
  • US-Rohölbestände sind in der vergangenen Woche stärker als erwartet gefallen, teilte die EIA mit. 

West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am frühen Donnerstag im europäischen Handel bei rund 93,10 USD gehandelt. Der WTI-Preis fällt, da ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon die Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte erneuert hat. 

The Guardian berichtete, dass Israel und der Libanon am Mittwoch zugestimmt haben, einen Waffenstillstand zu erneuern, jedoch eine „vollständige Einstellung“ der Feuergefechte durch den vom Iran unterstützten Hisbollah forderten. Das Abkommen wurde in einer gemeinsamen Erklärung nach US-geführten Gesprächen in Washington bekannt gegeben.

Die beiden Seiten, die keine formellen diplomatischen Beziehungen unterhalten, einigten sich außerdem darauf, mehrere „Pilot-Sicherheitszonen“ einzurichten, in denen die libanesischen Streitkräfte „ausschließlich die Kontrolle über das Gebiet übernehmen und alle nichtstaatlichen Akteure ausschließen“ werden.

Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt jedoch hoch. Jegliche Anzeichen einer Eskalation der Spannungen in der Region könnten die Befürchtungen einer Angebotsunterbrechung schüren und den WTI-Preis kurzfristig steigen lassen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass der Kontakt mit den USA zwar nicht abgebrochen sei, die Verhandlungen zur Beendigung des Nahostkriegs jedoch „keine greifbaren Fortschritte“ gemacht hätten.

Die US-Rohölbestände setzten ihren Abwärtstrend in der vergangenen Woche fort. Laut dem Bericht der US Energy Information Administration (EIA) fielen die Rohölvorräte in den USA für die Woche bis zum 29. Mai um 7,974 Millionen Barrel, verglichen mit einem Rückgang von 3,327 Millionen Barrel in der Vorwoche. Der Marktkonsens lag bei 4,0 Millionen Barrel. 

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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