Ripple (XRP) hat sich am Mittwoch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts von der Unterstützung bei 1,20 US-Dollar gelöst und ist wieder über 1,23 US-Dollar gestiegen. Damit macht die Kryptowährung einen Teil der Verluste wett, die der breite Kryptomarkt infolge der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten verzeichnet hatte.
Die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten bleibt insgesamt gedämpft. Die USA und der Iran liefern sich trotz eines fragilen Waffenstillstands und laufender Friedensgespräche weiterhin militärische Auseinandersetzungen. Zwar erklärte US-Präsident Donald Trump, die Verhandlungen mit dem Iran verliefen wie geplant, Berichten zufolge hatten iranische Unterhändler jedoch aus Protest gegen die israelische Offensive im Libanon den Kontakt vorübergehend eingestellt.
Unterdessen stehen Kryptowährungen weiter unter Druck. Darauf weist auch der Krypto-Index Fear & Greed hin, der am Mittwoch bei 11 Punkten und damit im Bereich „Extreme Angst“ lag. Am Vortag hatte der Wert noch bei 23 Punkten gelegen. Der Rückgang deutet darauf hin, dass die Risikoaversion unter Anlegern weiterhin hoch ist und die Nachfrage nach Kryptowährungen belasten könnte.

Krypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative
Kapitalabflüsse bei XRP verstärken die Risikoaversion am Markt
Am Derivatemarkt hat sich die Aktivität bei XRP weiter abgeschwächt. Das Open Interest (OI) bei unbefristeten Futures-Kontrakten lag am Mittwoch bei 2,65 Milliarden US-Dollar und setzte damit die Korrektur fort, die bereits Mitte Mai nach Höchstständen von etwas mehr als 3 Milliarden US-Dollar eingesetzt hatte. Das Open Interest beschreibt den Gesamtwert aller offenen Futures- und Optionskontrakte.
Zudem liegt das Open Interest weiterhin deutlich unter dem Rekordwert von 10,94 Milliarden US-Dollar, der im Juli erreicht worden war. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Derivaten weiterhin verhalten bleibt. Ohne eine deutliche Zunahme neuer Positionen und eine höhere Risikobereitschaft der Anleger dürfte es schwer werden, die aktuelle Erholung nachhaltig fortzusetzen.

XRP Futures Open Interest | Quelle: CoinGlass
Auch institutionelle Investoren zeigen sich derzeit zurückhaltend. So blieb die Aktivität bei Spot-ETFs auf XRP-Basis am Dienstag gering. Die in den USA gelisteten Fonds schlossen den Handelstag ohne Zu- oder Abflüsse ab. Nach Daten von SoSoValue summieren sich die kumulierten Mittelzuflüsse auf 1,43 Milliarden US-Dollar, während das durchschnittliche verwaltete Vermögen bei 1,04 Milliarden US-Dollar liegt.

XRP-ETF-Zuflüsse | Quelle: SoSoValue
Kursanalyse: XRP testet die Stärke der Erholung
XRP notiert oberhalb von 1,23 US-Dollar, bleibt jedoch technisch betrachtet in einem klar bärischen Umfeld. Der Kurs bewegt sich weiterhin unter dem 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 1,37 US-Dollar sowie unter dem 100-Tage-EMA bei 1,44 US-Dollar. Der 200-Tage-EMA nahe 1,65 US-Dollar unterstreicht zusätzlich den übergeordneten Abwärtstrend.
Gleichzeitig befindet sich der SuperTrend-Indikator derzeit im Bereich von 1,38 US-Dollar und liegt damit über dem aktuellen Kursniveau. Dies verstärkt die Widerstandszone auf der Oberseite. Auch das Histogramm des MACD-Indikators verharrt im negativen Bereich und zeigt auf Tagesbasis weiterhin ein schwaches Bild. Dies deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck trotz einer Erholung des Relative-Stärke-Index (RSI) aus dem überverkauften Bereich in Richtung der niedrigen 30-Punkte-Zone bestehen bleibt.

XRP/USDT-Tageschart
Auf der Oberseite ergibt sich der erste wichtige Widerstandsbereich aus dem Zusammenspiel mehrerer kurzfristiger technischer Marken. Der 50-Tage-EMA bei rund 1,37 US-Dollar und die SuperTrend-Linie nahe 1,38 US-Dollar bilden die erste Hürde, die die Käufer zurückerobern müssten, um den unmittelbaren Druck auf den Kurs zu verringern. Darüber folgt der 100-Tage-EMA bei etwa 1,44 US-Dollar als nächste zentrale Barriere. Anschließend rückt die fallende Trendlinie im Bereich von 1,5232 US-Dollar in den Fokus. Der 200-Tage-EMA bei rund 1,65 US-Dollar stellt schließlich einen weiter entfernten Widerstand dar, dessen Überwindung notwendig wäre, um die derzeit vorherrschende Abwärtsstruktur nachhaltig aufzulösen.
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