- Der US-Dollar-Index (DXY) handelt nahe dem Bereich von 98,50 nach einem starken Rückgang während der Sitzung am Montag.
- Bedenken steigen, nachdem Trump Powell kritisiert hat, was Ängste über die Unabhängigkeit der Fed schürt und das USD-Sentiment weiter schädigt.
- Technische Indikatoren zeigen ein anhaltendes bärisches Momentum mit Widerständen bei etwa 98,65 und 100,38.
Der US-Dollar-Index (DXY) handelt am Montag tief im roten Bereich und rutscht in Richtung der Region von 98,50, was einen neuen Dreijahrestiefstand markiert. Der starke Rückgang folgt auf zunehmende Marktbedenken hinsichtlich der institutionellen Integrität der Federal Reserve (Fed), nachdem US-Präsident Donald Trump erneut öffentlich Fed-Vorsitzenden Jerome Powell kritisiert und bestätigt hat, dass er Möglichkeiten zur Abberufung von ihm prüft. Trump beschuldigte Powell, die Zinssätze aus politischen Gründen im Jahr 2024 zu manipulieren, und beschrieb ihn als „zu spät“ in der Reaktion auf die wirtschaftlichen Bedingungen.
Angesichts der steigenden globalen Unsicherheit und des sinkenden Vertrauens in die US-monetäre Führung stieg Gold auf ein neues Allzeithoch nahe 3.425 USD pro Unze, begünstigt durch die Nachfrage nach sicheren Häfen und einen kollabierenden Dollar. Die allgemeine Stimmung bleibt risikoscheu, da Händler den langfristigen Status des Dollars als Reservewährung angesichts unvorhersehbarer Handels- und Fiskalpolitiken neu bewerten.
Tägliche Marktbewegungen: Bedrohungen für die Fed erschüttern die Märkte
- Der explosive Anstieg von Gold über 3.400 USD unterstreicht den Drang zu sicheren Anlagen, da die Ängste vor politischer Einflussnahme in den USA zunehmen.
- Die wiederholten Angriffe von Präsident Trump auf Fed-Vorsitzenden Powell – zusammen mit Berichten, dass seine Regierung rechtliche Möglichkeiten zur Abberufung von ihm prüft – haben das Vertrauen der Anleger erschüttert.
- Der Rückgang des DXY in die Zone von 98,00 spiegelt die Unruhe des Marktes über eine potenziell politisierte Zentralbank wider. Kommentare von Berater des Weißen Hauses Kevin Hassett und Trumps Posts auf Truth Social haben die Wahrnehmung einer feindlichen Haltung gegenüber der monetären Unabhängigkeit nur vertieft.
- Analysten von Scotiabank warnen, dass die Untergrabung der Fed die Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Inflation schwächen könnte, was die Inflationserwartungen anheben und den USD weiter unter Druck setzen könnte.
Technische Analyse
Der technische Hintergrund für den DXY bleibt stark bärisch. Das Paar handelt um 98,50, nahe dem unteren Ende der täglichen Spanne (97,92–99,21), und zeigt eine starke negative Tendenz. Der Relative Strength Index (RSI) ist auf 24,22 gefallen und hat damit tief überverkauftes Terrain betreten, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) weiterhin ein Verkaufssignal ausgibt.
Das bärische Sentiment wird durch die Positionierung der wichtigen gleitenden Durchschnitte bestätigt: der 20-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 102,26, der 100-Tage bei 106,04 und der 200-Tage bei 104,63 – alle zeigen nach unten. Der 10-Tage EMA bei 100,38 und der SMA bei 100,69 verstärken den Widerstand über den aktuellen Niveaus.
Wichtige Widerstandsniveaus sind bei 98,65, gefolgt von 100,38 und 100,69 zu verzeichnen. Während einige kurzfristige Oszillatoren wie der Ultimate Oscillator (37,76) und der Awesome Oscillator (−3,54) neutral erscheinen, bleibt die dominante Struktur eindeutig negativ.
Es sei denn, es wird politische Klarheit wiederhergestellt oder die Risikostimmung ändert sich, scheint der DXY für weitere Rückgänge bereit zu sein.
Fed FAQs
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.
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