- Silber steigt um über 3 %, da enttäuschende US NFP-Daten den Greenback unter Druck setzen.
- Die Chancen für eine Zinserhöhung der Fed im September sinken nach den schwächer als erwarteten NFP-Daten.
- Technisch gesehen trifft XAG/USD auf einen unmittelbaren Widerstand bei 61,50 USD, wobei der breitere Trend weiterhin eine Abwärtsneigung aufweist.
Silber (XAG/USD) klettert am Donnerstag an die Spitze seiner wöchentlichen Handelsspanne, während der US-Dollar (USD) nach den überraschend schwachen US Nonfarm Payrolls (NFP)-Daten auf ein Zwei-Wochen-Tief fällt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAG/USD bei rund 61,15 USD und liegt damit fast 3,50 % im Plus für den Tag.
Die vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die US-Wirtschaft im Juni nur 57.000 Arbeitsplätze geschaffen hat, deutlich unter den Markterwartungen von 110.000. Gleichzeitig wurden die Mai-Beschäftigungszahlen von zuvor gemeldeten 172.000 auf 129.000 nach unten revidiert.
Die Händler reduzierten schnell ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) bei der geldpolitischen Sitzung im September, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung laut dem CME FedWatch Tool von 63 % vor der Datenveröffentlichung auf 51 % fiel.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert bei etwa 100,74 und gibt damit von einem Intraday-Hoch von 101,43 nach.
Das Abwärtspotenzial des US-Dollars könnte jedoch begrenzt bleiben, da der schwache Beschäftigungsbericht wenig an der hawkischen Haltung der Fed ändert. Da die Inflation weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel der Zentralbank liegt, erwarten die Märkte weiterhin, dass die Fed die Zinsen später in diesem Jahr anheben könnte, was eine stärkere Erholung von XAG/USD einschränken könnte.
Technische Analyse:
Im Tages-Chart behält XAG/USD eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da es unter dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 69 USD und dem 100-Tage SMA bei 75 USD bleibt.
Der Relative Strength Index (RSI) bei rund 39 hält das Momentum im leicht negativen Bereich. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator liegt leicht unter null mit einem flachen negativen Wert, was auf einen schwachen Abwärtsdruck und nicht auf eine entscheidende bärische Beschleunigung hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand bei 61,50 USD, wobei der 200-Tage SMA bei 69,88 USD und der 100-Tage SMA bei 75,08 USD eine breitere Decke für Erholungsversuche bilden.
Auf der Unterseite zeigt sich die erste Unterstützung auf dem horizontalen Niveau von 55,50 USD, wobei ein entscheidender Bruch weitere Verluste auslösen könnte.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Nonfarm Payrolls - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Nonfarm Payrolls (NFP) sind ein zentraler Bestandteil des monatlichen Arbeitsmarktberichts des US-amerikanischen Bureau of Labor Statistics. Dieser Indikator misst die Veränderung der Beschäftigtenzahl im Vormonat, ausgenommen der Landwirtschaft, und gilt als entscheidender Wirtschaftsindikator für die US-Wirtschaft.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) können die Entscheidungen der Federal Reserve beeinflussen, da sie ein Maß dafür bieten, wie erfolgreich die Fed ihr Mandat erfüllt, nämlich die Förderung von Vollbeschäftigung und einer Inflationsrate von 2 %. Ein relativ hoher NFP-Wert bedeutet, dass mehr Menschen beschäftigt sind, mehr Geld verdienen und wahrscheinlich mehr ausgeben. Ein niedriger Wert könnte darauf hindeuten, dass Menschen Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden. Die Fed erhöht in der Regel die Zinsen, um hohe Inflation zu bekämpfen, die durch niedrige Arbeitslosigkeit entsteht, und senkt sie, um einen stagnierenden Arbeitsmarkt anzukurbeln.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) zeigen eine enge Korrelation mit dem US-Dollar. Höhere als erwartete Beschäftigungszahlen führen in der Regel zu einem Anstieg des Dollars, während schwächere Zahlen ihn unter Druck setzen. NFP-Daten beeinflussen den Dollar, da sie Hinweise auf Inflation, geldpolitische Entscheidungen und Zinserwartungen geben. Ein starker NFP-Bericht signalisiert, dass die Federal Reserve ihre straffe Geldpolitik fortsetzen könnte, was den Dollar stützt.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) stehen häufig in einer umgekehrten Beziehung zum Goldpreis. Steigen die Beschäftigungszahlen stärker als erwartet, wirkt sich dies in der Regel negativ auf den Goldpreis aus. Das liegt daran, dass ein Anstieg der NFP häufig den US-Dollar stärkt, und da Gold in US-Dollar gehandelt wird, wird es teurer, weniger Dollar für den Kauf einer Unze Gold zu benötigen. Zusätzlich sinkt bei höheren Zinsen, die oft von steigenden NFP unterstützt werden, die Attraktivität von Gold als Anlage im Vergleich zu Bargeld, das Zinsen abwirft.
Die Nonfarm Payrolls sind nur ein Teil eines umfassenderen Arbeitsmarktberichts und können von anderen Faktoren in den Hintergrund gedrängt werden. Oft kommt es vor, dass der Markt höhere als erwartete NFP-Zahlen ignoriert, wenn die durchschnittlichen Wochenverdienste gleichzeitig enttäuschen. In solchen Fällen wird der potenziell inflationstreibende Effekt der Hauptzahlen durch den Rückgang der Verdienste als deflationäres Signal gewertet. Auch die Erwerbsquote und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit können die Marktreaktion beeinflussen, allerdings nur in außergewöhnlichen Situationen wie der „Great Resignation“ oder der globalen Finanzkrise.
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