• Silber fällt am Mittwoch um mehr als 1 % und notiert nahe den jüngsten Tiefständen nach erneuten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
  • Die US-Inflation entspricht den Erwartungen, steigt jedoch auf den höchsten Stand seit April 2023 und stützt die Erwartungen höherer Zinsen.
  • Die Märkte schrauben ihre Wetten auf Lockerungen weiter zurück und sehen nun die Möglichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve vor Jahresende.

Silber (XAG/USD) bleibt am Mittwoch unter Druck und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 64,70 USD, ein Tagesverlust von 1,02 %. Das weiße Metall versucht sich nach einem Zwei-Monats-Tief bei 63,37 USD zu stabilisieren, doch die Erholung bleibt begrenzt, da die Anleger ihre Einschätzung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten (US) neu bewerten.

Die jüngsten US-Inflationsdaten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) im Mai auf 4,2 % im Jahresvergleich beschleunigte, den höchsten Stand seit April 2023 und im Einklang mit den Markterwartungen. Die Kerninflation stieg auf 2,9 % im Jahresvergleich, während die monatliche Kerninflation auf 0,2 % zurückging.

Der erneute Anstieg des Inflationsdrucks erfolgt vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs der Energiepreise, ausgelöst durch den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Höhere Energiekosten erschweren die Bemühungen der Federal Reserve (Fed), die Inflation nachhaltig auf ihr Ziel von 2 % zurückzuführen.

Vor der Eskalation im Nahen Osten preisten die Märkte noch mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr ein. Diese Erwartungen sind weitgehend verschwunden, und die Anleger erwägen nun die Möglichkeit einer geldpolitischen Straffung. Laut dem CME FedWatch Tool steigen die Chancen für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im weiteren Jahresverlauf weiter an.

Unterdessen bleiben die geopolitischen Spannungen hoch. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte, dass es nach dem Abschuss eines US-Apache-Hubschraubers neue Angriffe auf iranische Militäreinrichtungen durchgeführt hat. Als Reaktion darauf startete der Iran Angriffe auf mehrere US-Stützpunkte in der Region und warnte, dass weitere Operationen folgen könnten.

Obwohl geopolitische Unsicherheit typischerweise die Nachfrage nach Edelmetallen unterstützt, üben die Erwartungen höherer Zinsen einen stärkeren Einfluss auf Silber aus. Im Gegensatz zu renditebringenden Anlagen generiert Silber keine Erträge, was es weniger attraktiv macht, wenn die Anleiherenditen und der US-Dollar (USD) steigen.

Die Unterstützung für den Greenback durch Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik bleibt daher ein zusätzlicher Gegenwind für Silber, das so lange verwundbar bleibt, wie die Märkte weiterhin ein höheres und länger anhaltendes Zinsumfeld in den Vereinigten Staaten einpreisen.

Silber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

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