• USD/CHF steigt, da stärkere US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an eine bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve im September befeuerten.
  • Die Nonfarm Payrolls stiegen um 162.000, während die Arbeitslosenquote bei 4,1% stabil blieb und sich das Lohnwachstum moderat verlangsamte.
  • Steigende Schweizer Inflation und starkes Wirtschaftswachstum treiben die Erwartungen an eine frühere Zinserhöhung der SNB an.

USD/CHF legt am Montag während der asiatischen Handelsstunden den zweiten Tag in Folge zu und notiert bei rund 0,8110. Das Paar wertet auf, da der US-Dollar (USD) seine Tagesverluste wieder ausgleicht, gestützt von besser als erwarteten Beschäftigungsdaten aus den Vereinigten Staaten (US), die die Erwartungen an eine bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve anheizen.

Laut dem US Bureau of Labor Statistics stiegen die Nonfarm Payrolls im August um 162.000 und übertrafen damit die Prognose von 56.000 deutlich. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote bei 4,1% unverändert, und das jährliche Lohnwachstum verlangsamte sich mit 3,1% weniger stark als erwartet. Nach diesen Zahlen preisten Händler rasch eine straffere Geldpolitik ein, wobei das CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von 58,3% für eine Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte im September anzeigt.

Zusätzlich erhält der Greenback Unterstützung, da steigende Rohölpreise nach einer geopolitischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran am Wochenende die Befürchtung neu entfachter Inflationsdrucke geschürt haben. Der Konflikt verschärfte sich, nachdem die USA als Reaktion auf Raketenangriffe auf ihre Kriegsschiffe drei iranische Tanker ins Visier genommen hatten, woraufhin Teheran eine neue Sperrzone um die Straße von Hormus einrichtete.

Der Schweizer Franken (CHF) verliert als Finanzierungswährung für Carry Trades an Attraktivität, was vor allem durch wachsende Inflationssorgen getrieben wird, die eine hawkish geprägte Marktstimmung befeuert haben. Die Schweizer Inflation verdoppelte sich im August, während sich das vierteljährliche Wirtschaftswachstum auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren beschleunigte. Diese überraschend robusten Konjunkturdaten haben die Erwartungen verstärkt, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) gezwungen sein könnte, die Zinsen früher als bislang erwartet anzuheben.

Analysten von Brown Brothers Harriman heben hervor, dass die jüngsten Schweizer Daten eine klare positive Überraschung geliefert haben, wobei der Gesamt-VPI auf "0,8% y/y (Konsens: 0,5% y/y) gegenüber 0,4% im Juli" gestiegen ist. Sie merken an, dass die Gesamtinflation damit "die höchste seit September 2024 und über der SNB-Prognose für das dritte Quartal von 0,6% y/y" liegt, was die Erwartungen untermauert, dass die SNB bei den Preisdruckfaktoren wachsam bleiben muss. BBH weist zudem darauf hin, dass sich auch die zugrunde liegende Preisdynamik gefestigt hat, da "die Kerninflation beim VPI ebenfalls mit 0,4% y/y (Konsens: 0,3%) nach oben überraschte, nach vier aufeinanderfolgenden Werten von 0,3%", was auf eine allmähliche, aber bemerkenswerte Belebung der Kerninflationsdynamik hindeutet.

Trotz dieser hawkishen Konjunktursignale bleiben institutionelle Prognosen hinsichtlich des unmittelbaren geldpolitischen Kurses deutlich vorsichtiger. Eine jüngste Umfrage der Swiss Bankers Association ergab, dass alle teilnehmenden Banker erwarten, dass die SNB ihren Leitzins bis zum Jahresende unverändert bei 0% belassen wird. Die Finanzmärkte preisen derzeit die erste Zinserhöhung für Juni 2027 ein, während die Mehrheit der Ökonomen davon ausgeht, dass die Zentralbank ihre erste Zinserhöhung erst auf Anfang 2028 verschieben wird.

Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.

Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.

Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.

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